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Der Norden Wen hat der Todespfleger noch auf dem Gewissen?
Nachrichten Der Norden Wen hat der Todespfleger noch auf dem Gewissen?
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12:42 22.06.2016
Quelle: dpa
Oldenburg/Delmenhorst

Der wegen Mordes an Patienten verurteilte Ex-Pfleger Niels H. ist den Ermittlern zufolge wahrscheinlich für den Tod Dutzender Menschen verantwortlich. Bei 27 von 99 exhumierten ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst seien Rückstände eines Herzmedikaments entdeckt worden, sagte der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme am Mittwoch. Nach seinen Angaben hat Niels H. auch im Klinikum Oldenburg den Tod mehrer Menschen zur verantworten. Die Ermittlungen sollen weitergehen: "Wir gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer von Niels H. deutlich höher ist", sagte ein Polizeisprecher.

In den Vernehmungen zu seiner Tötungsserie in zwei Krankenhäusern ist Ex-Pfleger Niels H. nach Angaben der Staatsanwaltschaft voll geständig gewesen. Ihm seien die 27 Todesfälle vorgehalten worden, und der heute 39-Jährige habe die Taten "vollumfänglich und pauschal" eingeräumt, sagte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Oldenburg. Allerdings habe er sich nicht immer an die konkreten Fälle erinnern können.

Niels H. habe aber eingeräumt, die erste Tat am 22. Dezember 2002 am Klinikum Delmenhorst begangen zu haben. Der Ex-Pfleger habe Patienten absichtlich mit Medikamenten in einen "reanimationspflichtigen Zustand" gebracht, um anschließend bei der Reanimierung seine Fähigkeiten zu beweisen, sagte Schiereck-Bohlmann.

Nun droht ein weiterer Prozess

Der heute 39-Jährige ist bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden, aber lediglich wegen zweifachen Mordes, zweifachen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung am Klinikum Delmenhorst. Nach Angaben der Polizei ist Niels H. wahrscheinlich für den Tod Dutzender Menschen verantwortlich. Er hatte bereits damals vor Gericht gestanden, für den Tod von bis zu 30 Menschen verantwortlich zu sein, denen er heimlich eine Überdosis eines Herzmedikaments spritzte.  Die Ermittlungen würden vermutlich noch bis ins nächste Jahr hinziehen, sagte Thomas Sander von der Staatsanwaltschaft Oldenburg. "Die Ermittlungen dauern so lange, bis wir das unselige Wirken des Niels H. komplett aufgeklärt haben". Es werde "jeder Stein umgedreht".

Nun muss sich Niels H. wohl einem weiteren Prozess stellen. "Es wird natürlich eine weitere Anklage geben", sagte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann. Das Verfahren werde alle Taten umfassen, die Niels H. noch nachgewiesen werden könnten. "Die rechtliche Konsequenz wird am Ende dieselbe sein: Lebenslänglich und besondere Schwere der Schuld. Daran wird sich nichts ändern", sagte die Staatsanwältin.

afp/dpa/ewo

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