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Trächtige Luchsin im Harz erschossen

Wilderei Trächtige Luchsin im Harz erschossen

Ein Unbekannter hat im Harz eine trächtige Luchsin erschossen. Der Leiter des Nationalparks Harz, Andreas Pusch, spricht von einem "krassen Fall von Wilderei". Luchse sind streng geschützt.

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Zum ersten Mal seit der Wiederansiedlung des Luchses im Harz hat ein Wilderer eine Raubkatze erschossen. (Symbolbild)

Quelle: Jose Manuel Vidal/dpa

St. Andreasberg. Zum ersten Mal seit der Wiederansiedlung des Luchses im Harz hat ein Wilderer eine Raubkatze erschossen. Es handele sich um ein trächtiges Weibchen, sagte der Leiter des Harzer Luchs-Projektes, Ole Anders, am Montag in St. Andreasberg. Der Kadaver sei bereits am Freitag im Harzkreis entdeckt worden. Die "Volksstimme" berichtete, ein Anwohner habe den toten Luchs in der Nähe der Ortschaft Opperode gefunden.

Der Kadaver habe mehrere Hundert Meter von der Ortschaft entfernt in der Nähe eines Waldes gelegen, sagte Anders. Nach dem ersten Augenschein sei die Luchsin von einem Geschoss getroffen worden, dass den Tierkörper komplett durchschlug. Luchse sind streng geschützt. Die Nationalparkverwaltung hat Strafanzeige erstattet. Jagdwilderei kann mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden. In besonders schweren Fällen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Kein vergleichbarer Fall seit Wiederansiedlung

Seit die Wiederansiedlung des Luchses im Harz im Jahr 2000 gestartet wurde, habe es keinen vergleichbaren Fall gegeben, sagte Anders. Auch in den umliegenden Regionen, die die Raubkatzen inzwischen besiedelt haben, seien keine Fälle von Luchs-Wilderei bekannt geworden.

"Nach der aktuellen Tat wird die Diskussion um den Luchs nicht einfacher", sagte der Experte. "Eine solche Tat kann aber auch nicht im Sinn derjenigen sein, die dem Luchs kritisch gegenüberstehen." Im Harz hat es - besonders zu Beginn der Wiederansiedlung - immer wieder kritische Stimmen zu dem Projekt gegeben. Befürchtungen, Luchse könnten eine Gefahr für Menschen darstellen, haben sich allerdings nicht bestätigt. Einzelne Jäger kritisierten, die Raubkatzen könnten für eine Dezimierung des Wildbestandes, vor allem des Rehwildes, verantwortlich sein. Die für die Wiederansiedlung zuständige Nationalparkverwaltung hat dies stets zurückgewiesen.

Luchse vermehren sich stark

Im Rahmen des Wiederansiedlungs-Projektes wurden im Harz nach und nach 24 Luchse freigelassen. Sie haben sich seither stark vermehrt und auch angrenzende Regionen besiedelt. Anders geht davon aus, dass in den vergangenen 15 Jahren gut 200 Luchse in freier Wildbahn zur Welt gekommen sind. Harzer Luchse leben mittlerweile außer in Niedersachsen nachgewiesenermaßen auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.

Seit dem Start des Projektes wurden - einschließlich des jetzt erschossenen Tieres - insgesamt 47 tote Luchse registriert. Ein Großteil davon waren Verkehrsopfer. Mit elf bekannt gewordenen Fällen ist zweithäufigste Todesursache die Fuchsräude.

dpa

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