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Trockener September Schuld an wenigen Pilzen

Leere Körbe bei Sammlern Trockener September Schuld an wenigen Pilzen

Pilzsucher schauen dieser Tage hoffnungsvoll zum Himmel - die dunklen Wolken und Regentropfen könnten ihnen die Saison retten. Denn bislang bescherte ihnen ein außergewöhnlich heißer und trockener September ziemlich leere Körbe. Steinpilze, Pfifferlinge und Champignons blieben unter der Erde.

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Sobald Regen auf den Waldboden fällt, schießen
Pilze quasi über Nacht aus der Erde.

Quelle: Jens Wolf

Göttingen. „Die ersten Regenfälle der vergangenen Tage können in den Wäldern bald aber für ein ganz anderes Bild sorgen“, sagt Wolfgang Prüfert, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Die Frankfurter Forschungseinrichtung widmet sich der wissenschaftlichen Pilzforschung und -beratung. Sobald Regen falle, saugten sich die Pilze wie Schwämme voll und schössen „quasi über Nacht“ aus dem Boden, erklärt Prüfert. Die diesjährige Erntesaison sei spät gestartet, abschreiben will der Pilzexperte sie aber noch nicht.

Für Niedersachsen wie für beinahe ganz Deutschland prognostiziert Prüfert einen pilzreichen Oktober. „Wenn noch ein wenig mehr Regen fällt, sind bald alle Sorten zu finden. Der Oktober ist ein Pilzmonat.“

Ob das auch dauerhaft so bleibt? Der Klimawandel bringe extremere Temperaturen und Wetterverhältnisse, sagt Prüfert. Doch ob man bald auf heimische Steinpilze und Pfifferlinge verzichten muss, lasse sich nicht abschätzen. Sicher sei allerdings, dass manche Pilz­arten auf dem Rückzug seien und sich so die Zusammensetzung des Bestands langsam verändere.

Nicht nur die Körbe der Pilzsammler blieben bislang leer - auch am Göttinger Giftinformationszentrum Nord spüren die Mitarbeiter den schwachen Saisonstart. Dort allerdings mit positiven Auswirkungen. Im September wurden nur 40 Vergiftungen gemeldet, sagte der Leiter der Einrichtung, Martin Ebbeke. Dies sei der niedrigste Wert seit acht Jahren. Im September 2015 gingen die Berater noch mehr als 200 Fällen nach. Das könne sich allerdings noch ändern. Sobald die Erde feucht wird und die Pilze die Köpfe aus dem Waldboden recken, steigt erfahrungsgemäß auch die Zahl der Vergiftungen.

Besonders Laien müssen beim Sammeln vorsichtig sein. „Seit mehr als 20 Jahren rate ich Anfängern: Hände weg von Champignons“, sagt Pilzforscher Prüfert. Denn nicht selten werden statt der genießbaren Speisepilze giftige Knollenblätterpilze geerntet - sie unterscheiden sich lediglich in der Farbe der Lamellen unter dem Hut. Nach mehreren Vergiftungen vor allem bei Flüchtlingen warnen die Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) auf mehrsprachigen Plakaten vor dem gefährlichen Doppelgänger.

Pilzsammler sollten also genau hinschauen. Wenn sie Glück haben, dauert die Saison noch weit in den November hinein - je nachdem, wann der erste Frost dem Wachstum ein Ende setzt.

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