Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Tuifly muss Fluggästen Entschädigung zahlen 
Nachrichten Der Norden Tuifly muss Fluggästen Entschädigung zahlen 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:47 17.04.2018
Das Firmengebäude der Tuifly am Flughafen Langenhagen. Quelle: Philipp Von Ditfurth
Anzeige
Hannover

 Fluggesellschaften können nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs auch bei wilden Streiks verpflichtet sein, Entschädigungen an Fluggäste zahlen. Wenn es wegen tarifrechtlich unerlaubter Arbeitsniederlegungen zu Flugausfällen oder Verspätungen komme, seien Airlines nicht automatisch von ihrer Entschädigungspflicht befreit, urteilten die Luxemburger Richter am Dienstag. Vielmehr müsse von Fall zu Fall entschieden werden.

Tuifly muss Entschädigung zahlen

Hintergrund des Verfahrens ist der wilde Streik von Tuifly-Mitarbeitern im Herbst 2016. In dessen Folge waren mehr als 100 Flüge gestrichen worden. Viele andere starteten mit erheblichen Verspätungen. Betroffene klagen seitdem vor deutschen Gerichten auf Ausgleichszahlungen. Ihre Chancen dürften sich nun deutlich verbessert haben.

Die EuGH-Richter begründeten das Urteil damit, dass Fluglinien unter zwei Bedingungen von der Erstattungspflicht befreit werden könnten. Zum einen dürfe das Ereignis, das zu den Behinderungen führte, nicht Teil der normalen Betriebstätigkeit sein. Zum anderen dürfe es von der Airline nicht beherrschbar sein.

Mit Blick auf die Ereignisse bei Tuifly 2016 sei dies nicht der Fall, befanden die Richter nun. Das Unternehmen habe zuvor überraschend Umstrukturierungen angekündigt. Konflikte mit den Mitarbeitern seien dabei nicht ungewöhnlich. Die Situation im Herbst 2016 sei daher als Teil der normalen Geschäftstätigkeit zu betrachten. Außerdem sei der wilde Streik für Tuifly nicht unbeherrschbar gewesen - er endete demnach nach einer Einigung zwischen dem Konzern und dem Betriebsrat einige Tage später.

Tuifly bleibt bei seiner Haltung

Die Tuifly in Hannover hat am Dienstag enttäuscht auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs reagiert, wonach Airlines bei wilden Streiks zu Entschädigungszahlungen an Fluggäste verpflichtet sein können. „Wir respektieren die Auffassung des Gerichtes“, sagte ein Tuifly-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur, betonte aber: „Dennoch bleiben wir bei unserer Auffassung, dass man sich auf solche wilden Streiks nicht ausreichend vorbereiten kann.“

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bundesanwaltschaft hat Wohnungen von Verdächtigen durchsucht, die eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet haben sollen. Auch ein Mann aus dem  Katlenburg-Lindau steht unter Verdacht.

17.04.2018

Ein Taxifahrer soll im Juli 2017 einen Mann in Lüneburg überfahren haben, der auf der Straße lag. Nach der Tat beging er Fahrerflucht. Der Verletzte starb. Nun beginnt der Prozess gegen den 36-Jährigen vorm Landgericht Lüneburg.

17.04.2018

Auf dem früheren Grundstück des mutmaßlichen Serienmörders in Lüneburg hat die Polizei ihre Suche nach Hinweisen auf weitere Taten fortgesetzt. Mehrere Gegenstände und Spuren wurden dabei gefunden.

17.04.2018
Anzeige