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"Keine Umweltidee soll verloren gehen"

Umweltminister Stefan Wenzel "Keine Umweltidee soll verloren gehen"

Bei der Klimakonferenz im Schloss Herrenhausen tagen am Donnerstag und Freitag internationale Gäste. Umweltminister Stefan Wenzel spricht vorab im Interview über Krisen, den Abgas-Skandal bei Volkswagen und Erfolgserlebnisse.

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Quelle: dpa

Am Donnerstag und Freitag treffen sich internationale Gäste zur Klimakonferenz im Schloss Herrenhausen in Hannover. Was erwarten Sie von dem deutschen Vorab-Gipfel vor der Klimakonferenz in Paris?
Ich erhoffe mir vor allem, dass alle Teilnehmenden sich engagierte und mutige Ziele setzen. Die Idee ist in Warschau entstanden, wo ich bei der vorletzten Klimakonferenz gesehen habe, wie wichtig die Vorbildwirkung von Kommunen und Initiativen im Klimaschutz ist. Unsere Konferenz in Hannover ist zweigeteilt: Bei der Ausstellung Klima-Nachbarschaft werden die besten kommunalen Beispiele präsentiert. Und bei der parallel stattfindenden Tagung wird von Gästen aus 27 Ländern diskutiert, wie man solche guten Projekte weiter vorantreiben und verbreiten kann. All diese Ideen werden wir dann in Paris zusammen mit der Bundesumweltministerin an die richtige Adresse bringen.

Gibt es denn das gegenseitige Lernen zwischen den Kommunen noch gar nicht?
Es gibt einen vielfältigen Austausch auf verschiedenen Ebenen, aber wir bündeln das Engagement. Wir werden am Ende der Konferenz alle Vorschläge zusammentragen; keine Idee soll verloren gehen. Ich gehe auch davon aus, dass sich aus der Konferenz weitere Zusammenarbeit ergibt.

Zur Person

Stefan Wenzel, niedersächsischer Umweltminister, erhofft sich von der UN-Klimakonferenz in Paris vom 30. November bis 11. Dezember klare Bekenntnisse der Regierungschefs zu verbindlichen Klimaschutzzielen.

Eine Kommune hat keinen Einfluss auf das Klima. Warum soll sie Zeit, Geld und Arbeit investieren, wenn es nichts bringt?
Die entscheidenden Impulse kamen in den letzten Jahren immer von den Initiativen vor Ort: Von Kommunen, Energiegenossenschaften, von Unternehmen und vielen anderen. Ein Beispiel: Es gibt längst Kommunen, die selber Strom oder Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewinnen können. Die Kleinen waren federführend und haben den Großen gezeigt, was machbar ist. Die Staats- und Regierungschefs treffen sich zu Klimagipfeln, weil der Druck von unten zu groß wurde. Wir wollen diese guten Beispiele zusammentragen und damit Druck auf die Leute in Paris machen: Seht her, was schon geht. Und Deutschland hat davon auch wirtschaftlich profitiert: Wir haben Techniken entwickelt bei Solarenergie, Windenergie, bei Speichern. Wir müssen daran arbeiten, die Technologieführerschaft zu halten. Bei Innovationen vorn zu sein ist eine ständige Herausforderung.

Wie kann man messen, ob eine Kommune klimafreundlicher geworden ist?
Erfolge sind messbar: Wie verändern sich die Kohlendioxid-Emissionen? Wie viel Strom kommt aus erneuerbaren Energien? Diese Werte für ein Dorf zu messen und damit vergleichbar zu machen, ist ein Erfolgserlebnis für die Gemeinschaft, die sich engagiert hat. Messbare Erfolge sind wichtig, um Menschen zu motivieren.

Stellt die VW-Affäre die Klimakonferenz nicht in den Schatten?
Das ist eine Krise, die auch eine Chance bietet. Jetzt werden die Energiebilanzen der Kraftfahrzeuge noch mal genau unter die Lupe genommen. Der Verkehr hat bislang kaum etwas zur Verbesserung der Klimabilanzen beigetragen. Wir haben jetzt die Chance, zu sagen: Hier muss endlich mehr passieren.     

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