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Bürger sollen bei Unwettern besser versichert sein

Forderung des Umweltministers Bürger sollen bei Unwettern besser versichert sein

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will die Versicherungen stärker bei Extremwettereignissen in die Pflicht nehmen. „Der Staat sollte endlich prüfen, ob es für Elementarschäden nicht eine Pflichtversicherung geben muss“, sagte Wenzel der HAZ.

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Bei Unwettern wie Starkregen und Überschwemmungen sollen Bürger besser versichert sein, fordert Umweltminister Stefan Wenzel.

Quelle: dpa

Hannover. Eine Elementarschadenversicherung schützt Hausbesitzer und Mieter vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser.

„Dass Extremwettereignisse zunehmen, steht außer Zweifel“, sagte Wenzel. „Ich denke nur an die Katastrophe von Braunsbach, wo in diesem Sommer in Süddeutschland ein Bach, der zum gewaltigen Strom wurde, ein ganzes Dorf überflutet hat. Die Pflichtversicherung für Elementarschäden in die obligatorische Brandversicherung zu nehmen wäre ein wichtiger Baustein zum Schutz vor Wetterkatastrophen.“

Der Minister wies auch auf niedersächsische Starkregenereignisse hin, die lokal begrenzt gewesen seien - etwa in Damme oder in Bad Gandersheim vor wenigen Wochen. Die Forderung nach einer Pflichtversicherung verträten auch die Umweltminister der anderen Bundesländer, betonte Wenzel. Allein im Mai und Juni dieses Jahres seien in Deutschland versicherte Schäden von 1,2 Milliarden Euro entstanden. „Und die nicht versicherten Schäden erreichten die zwei bis dreifache Größenordnung.“

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft ist in Niedersachsen der Anteil der Gebäude, für die eine Elementarschadensversicherung abgeschlossen wurde, gering. Während etwa in Baden-Württemberg 95 Prozent aller Gebäude diesen zusätzlichen Versicherungsschutz haben und in Sachsen noch 47 Prozent, sind es in Niedersachsen nur 16 Prozent. Unterschritten wird dieser Anteil nur vom Land Bremen, in dem lediglich 15 Prozent der Gebäude gegen extremen Regen versichert sind.

Gleichwohl hält die Versicherungsbranche nichts von einer Pflichtversicherung. Dadurch gehe der Anreiz für Eigenvorsorge und Prävention verloren. Auch bleibe der staatliche und individuelle Hochwasserschutz auf der Strecke. Zudem käme es zu einer Kostenspirale, die letztlich die Versicherten zu bezahlen hätten, argumentiert der Versicherungsverband. Deshalb sei die Forderung nach einer Pflichtversicherung grundfalsch.

„Aus meiner Sicht ist so eine Pflichtversicherung überfällig, der Staat kann nicht alles ausgleichen“, hält Wenzel dagegen. Frühere Landesregierungen hätten stets für freiwillige Maßnahmen plädiert - mit mäßigem Erfolg, wie die Zahlen zeigten.

Doch die Versicherung wäre nur ein Baustein unter vielen. „Wir müssen natürlich auch die bundesweiten Wetter- und Vorhersagedienste stärken.“ Das Land unterstütze die Gemeinden bereits dabei, zielgenaue Informationen mit Wetter- und Pegel-Apps zu geben.

Hochwasserschutz, betont der Minister, sei eine Aufgabe des „eigenen Wirkungskreises“ der Gemeinden. „Die Länder können und müssen natürlich bei der Aufstellung der Hochwasserrisikokarten, der Vorhersage und der finanziellen Förderung von Hochwasserschutzmaßnahmen helfen.“

Daneben müsse die weitere Versiegelung von Flächen vermieden werden - dies sei auch eine Frage vorsorgender Bauleitplanung und Raumordnung. „Natürlich kurieren wir hier nur an den Symptomen“, sagte der Umweltminister. Denn die Zunahme der Extremwettereignisse sei eine klare Folge des Klimawandels.

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