Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Umweltschützer klagen gegen Kohlekraftwerk

Stade Umweltschützer klagen gegen Kohlekraftwerk

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will den Bau des geplanten Kohlekraftwerkes in Stade verhindern. Gegen das Projekt des Chemiekonzerns Dow wehren sich die Umweltschützer vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. Sie befürchten erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Voriger Artikel
Betrunkener rast auf Flucht vor Polizei in Möbelhaus
Nächster Artikel
In Niedersachsen ist das Rennen eröffnet
Quelle: dpa

Stade. Wie auch eine Anwohnerin haben sie Klage gegen den Bebauungsplan der Stadt eingereicht, unterstützt werden sie von Greenpeace und Bürgerinitiativen aus der Umgebung. Der Konzern und die Stadt sprechen von einem „integrierten Industriekraftwerk“, in dem auch andere Energieträger als Kohle genutzt würden.

Der Rat der Stadt an der Elbe hat im Juli 2014 für das umstrittene Kraftwerk auf dem Firmengelände gestimmt. Es soll der Versorgung eines Chemiebetriebs der Firma Dow Deutschland dienen. „Nach unserem Kenntnisstand geht es um das bundesweit vermutlich letzte Projekt dieser Art“, sagte Greenpeace-Sprecher Holger Becker. „Für uns verstößt das Projekt gegen die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die 2015 in Paris formulierten Klimaziele.“

Das Verfahren beginnt am morgigen Dienstag und wird möglicherweise am Mittwoch fortgesetzt. Die Kläger machen nach Angaben von Gerichtssprecherin Andrea Blomenkamp formelle und inhaltliche Fehler des Bebauungsplans geltend. „Sie ziehen die Zulässigkeit eines Kohlekraftwerks grundsätzlich und an diesem Platz in Zweifel“, sagte Blomenkamp. „So rügen sie die Unvereinbarkeit mit der Wasserrahmenrichtlinie, weil mit Quecksilbereinträgen in die Elbe zu rechnen sei.“ Zudem verwiesen sie auf zu geringe Abstände zu Wohngebieten. Das Stadtgebiet ist rund vier Kilometer entfernt.

Dow-Sprecher Stefan Roth verweist darauf auf Gutachten, die belegten, dass alle Vorgaben eingehalten würden. Zudem solle außer Steinkohle Biomasse, Wasserstoff und im bereits bestehenden Kraftwerk neben dem geplanten auch Erdgas verbrannt werden. Das neue Kraftwerk, das etwa 1,2 Milliarden Euro kosten soll, wird Strom und Wärme liefern.

Von Peer Körner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Der Norden
So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 15. Oktober 2017
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Uni Hildesheim nach dem Hochwasser

Ende Juli wurden Teile von Hildesheim vom Hochwasser überflutet. Besonders schlimm traf es den Kulturcampus der Universität Hildesheim. So sieht es dort drei Monate später aus.