Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Autofahrer behindern und beschimpfen die Feuerwehr
Nachrichten Der Norden Autofahrer behindern und beschimpfen die Feuerwehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:44 07.06.2018
"Es ist das allerletzte, was gerade auf der A1 geschieht" Quelle: Feuerwehr Oyten/Traupe
Oyten

Ein umgekippter Sattelzug hat am Donnerstag stundenlang die Autobahn 1 bei Oyten (Kreis Verden) blockiert. Feuerwehr und Polizei hatten große Probleme, durch den kilometerlangen Stau zur Unfallstelle zu kommen, weil die Autofahrer keine Rettungsgasse bildeten. „Zwei Feuerwehrleute mussten sogar zwei Kilometer zu Fuß laufen, um Platz zu schaffen“, sagte Cornelius Traupe von der Freiwilligen Feuerwehr Oyten. Nicht gebildete Rettungsgassen seien bei Unfällen die Regel, „so massiv wie heute haben wir es aber noch nicht erlebt“, sagte Traupe. Mehrfach sei eine gerade erst freigeräumte Rettungsgasse wieder geschlossen worden, sodass nachfolgende Einsatzfahrzeuge erneut festsaßen.

Autofahrer beschimpfen Feuerwehrleute

Ein Feuerwehrwagen musste sich sogar über den Grünstreifen vorarbeiten. „Bei freier Fahrt wäre das erste Fahrzeug mehrere Minuten schneller am Einsatzort gewesen.“ Zwar habe es diesmal nur Leichtverletzte gegeben, „wenn jemand da vorne mit seinem Leben kämpft, können ein paar Minuten aber entscheidend sein“.

Zudem seien die Feuerwehrleute beschimpft worden, als sie die Autofahrer aufforderten, Platz für die Einsatzfahrzeuge zu machen. „Es ist das allerletzte, was gerade auf der A1 passiert“, schrieb die Feuerwehr auch auf ihrer Facebook-Seite.

Schwerer Verkehrsunfall aus der A1! Wir sind schockiert über das Verhalten der LKW und Autofahrer! Es funktioniert...

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Oyten am Donnerstag, 7. Juni 2018

Polizei ermittelt gegen Gaffer

Probleme gab es auch mit Gaffern. Mehrere Autofahrer auf der Gegenfahrbahn fotografierten den Lastwagen, der auf der Seite quer über die Mittelleitplanke lag. Die Autobahnpolizei machte Fotos von den Autofahrern, um gegen diese zu ermitteln.

Auf der A1 bei Oyten war ein Lastwagen auf die Seite gekippt. Quelle: Polizei Verden

Zu dem Unfall war es gekommen, als am Morgen ein Sattelzug in Richtung Hamburg nach rechts von der Fahrbahn abkam. Der 48-jährige Fahrer lenkte gegen und prallte gegen einen anderen Sattelzug, der gegen die Leitplanke gedrückt wurde und dann umkippte. Der Lkw hatte Tomaten geladen, die sich auf und neben der Autobahn verteilten. Die Aufräumarbeiten sollten bis in den späten Nachmittag dauern. Beide Fahrer kamen mit leichten Verletzungen davon.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein ähnlicher Fall für bundesweite Aufregung gesorgt. Auf der A 24 in Brandenburg mussten Feuerwehrleute wegen einer fehlenden Rettungsgasse vier Kilometer zu Fuß zur Unfallstelle laufen.

A 1: Weitere Sperrung nach Unfall

Im Laufe des Tages ist es noch zu einem weiteren Unfall auf der A 1 gekommen. Am Nachmittag kippte ein Gülle-Transporter wegen eines geplatzten Reifens zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß-Ippener um. Der Sattelzug geriet in der Folge ins Schlingern und zog nach links auf den Überholfahrstreifen. Es kam zur Kollision mit einem dort fahrenden Pkw eines 55-jährigen Niederländers. Die beiden Fahrer wurden leicht verletzt. Die Autobahn wurde in Richtung Hamburg gesperrt. Und auch die Umleitungsstrecke, die A 27 bei Walsrode, war für mehrere Stunden Richtung Hannover voll gesperrt, weil ein Lkw brannte.

Von RND/dpa/frs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Der Norden Selbsthilfegruppe Guttempler - Kaffee statt Korn

Seit 50 Jahren hilft der Landesverband der Guttempler in Niedersachsen Suchtkranken. Jetzt wird gefeiert – natürlich ohne Alkohol.

07.06.2018

Ein mit Bierkisten beladener Lkw hat am Donnerstag auf der Autobahn 27 zwischen Walsrode Süd und dem Dreieck Walsrode gebrannt. Es dauerte etwa eine Stunde, bis der Brand gelöscht werden konnte.

07.06.2018

Mit 150 Stundenkilometern in der 70er-Zone: Nach einem Überholmanöver muss ein 28-Jähriger für einige Zeit den Führerschein abgeben - denn der überholte Motorradfahrer war ein Zivilpolizist.

07.06.2018