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Der Norden Polizei zeigt neun Gaffer nach Unfall an
Nachrichten Der Norden Polizei zeigt neun Gaffer nach Unfall an
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18:55 22.09.2015
Bei dem Unfall hatte ein Lastwagen die Mittelleitplanke der Autobahn 1 durchbrochen. Quelle: Polizei Rotenburg
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Sittensen

Immer wieder klagt die Polizei über Probleme mit Schaulustigen bei Unfällen. Für neun Gaffer hat die Neugierde nun Konsequenzen. Sie hatten am vergangenen Freitag im Vorbeifahren mit ihren Handys Fotos und Videos von einer Unfallstelle auf der Autobahn 1 bei Heidenau (Landkreis Harburg) gemacht. Ein Lastwagenfahrer hatte dort nach einem Reifenplatzer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Lkw durchbrach die Mittelleitplanke, mehrere Spuren mussten gesperrt werden.

Die Polizei Rotenburg erstattet nun gegen alle neun Gaffer Anzeige wegen Handynutzung am Steuer. „Ihnen droht ein saftiges Bußgeld und ein Punkt in Flensburg“, heißt es in einer Mitteilung. Die Polizei erklärte weiter, dass Gaffer nicht nur die Persönlichkeitsrechte der Unfallopfer verletzten, sondern auch die Arbeit der Polizei und Rettungskräfte unnötig erschwerten.

Erst vor wenigen Tagen hatte Niedersachsen angekündigt, an einem Gesetz gegen Schaulustige zu arbeiten, die mit dem Handy Fotos von Unfällen machen und damit die Rettungskräfte behindern. „Das ist respektlos und dazu noch gefährlich“, sagte Innenminister Boris Pistorius. Auslöser war unter anderem ein Rettungseinsatz in Molbergen bei Cloppenburg. Ein achtjähriges Mädchen war vom Dachboden seines Elternhauses gestürzt. Etwa 100 Gaffer hätten den Einsatz eines Rettungshubschraubers behindert.

Noch weiter geht Nordrhein-Westfalen: Das Bundesland hat mobile Sichtschutzwände angeschafft. Sie sollen Gaffern bei Unfällen auf der Autobahn künftig die Sicht versperren. 

nied/frs

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