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Ems-Brücke durch Schiffskollision zerstört

Millionenschaden bei Unfall Ems-Brücke durch Schiffskollision zerstört

Der Schaden geht in die Millionen – so viel steht nach der Schiffskollision auf der Ems im Landkreis Leer schnell fest. Am Donnerstagabend hatte ein Frachtschiff die Friesenbrücke bei Weener gerammt. Dabei wurde die Eisenbahnbrücke vollständig zerstört. Wie es dazu kommen konnte, ist nach Polizeiangaben noch unklar.

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Der Frachter rammte die Brücke am Donnerstagabend, Brückenteile wurden abgerissen.

Quelle: dpa

Weener. Gegen 18 Uhr war die „Emsmoon“ aus dem Papenburger Hafen ausgelaufen und in Richtung Nordsee unterwegs. Rund 40 Minuten später rammte der Seefrachter, der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt, die 335   Meter lange Eisenbahn-Klappbrücke. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Doch für den Schiffs- und Bahnverkehr hat die Kollision schwerwiegende Folgen: Bis etwa 13 Uhr am Freitagnachmittag konnte an der Unfallstelle kein Schiff die Ems befahren. Die Bahnstrecke über die Friesenbrücke zwischen Leer und dem niederländischen Groningen musste komplett gesperrt werden – und das wird sich laut einem Bahn-Sprecher so schnell auch nicht ändern: „Das ist ein Totalschaden, der in die Millionen geht“, sagt Egbert Meyer-Lovis. Fachleute seien den ganzen Tag vor Ort gewesen, um sich ein Bild vom Schaden zu machen. „Sie sagen, dass ein Neubau nötig ist. Die Brücke wieder instand zu setzen ist nicht mehr möglich.“ Und das werde Monate oder sogar Jahre dauern. Der Klappmechanismus der Brücke wurde zerstört.

Auf der Ems bei Weener in Ostfriesland hat ein Frachter die Friesenbrücke gerammt.

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Die Behörden gehen davon aus, dass die Brücke zum Zeitpunkt des Unfalls nicht geöffnet war. Ein Bahnwärter sorgt dafür, „dass sich Schiffs- und Bahnverkehr nicht ins Gehege kommen“, sagt Polizeisprecher Karsten Wolff. Er öffnet den Mittelteil der Stahlkonstruktion, wenn ein großes Schiff wie die „Emsmoon“ die Brücke passieren muss. Der Schiffsführer hatte außerdem einen Lotsen an Bord.

Möglicherweise ist die Absprache zwischen dem Kapitän und dem Bahnwärter falsch gelaufen ist. Nach HAZ-Informationen standen zum Unfallzeitpunkt die Ampelsignale für den 112 Meter langen Frachter auf Rot. Das wollte die Polizei am Freitag aber nicht bestätigen. „Wir können neben menschlichem Versagen einen technischen Defekt nicht ausschließen“, sagt Wolff, „weder an der Brücke noch am Schiff.“

Meyer-Werft vorerst nicht betroffen

Der Bahnverkehr zwischen Leer und Groningen bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Das Verkehrsunternehmen Arriva, das die Strecke befährt, hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Kleinere Binnenschiffe können die Ems seit Freitagmittag laut Claudia Thoma vom Wasser- und Schifffahrtsamt wieder befahren. „In den kommenden Tagen sollte der Weg auch für größere Seeschiffe freigegeben werden“, sagt Thoma. Dafür soll mithilfe eines Schwimmkrans der zerstörte Teil der Friesenbücke ausgehoben werden. „So machen wir es auch, wenn die Meyer-Werft ihre großen Kreuzfahrtschiffe überführt.“ Allerdings müsse vorher die Standsicherheit überprüft werden.

Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes durchfahren etwa 10.000 Schiffe im Jahr die Ems. Die Meyer Werft ist von der beschädigten Brücke vorerst nicht betroffen. Zwar würde man laut Sprecher Günther Kolbe auch noch Bauteile per Schiffsfracht erwarten. „Aber bis dahin sollte die Ems auch für größere Schiffe wieder freigegeben sein.“ Auch um die geplante Überführung des Kreuzfahrtschiffes „Ovation of the Seas“ im März mache man sich keine Sorgen.     

Von Isabell Rollenhagen

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Foto: Die Untersuchung ist abgeschlossen: Der Frachter „Emsmoon“ nach der Kollision.

Die Kollision eines Frachters mit der Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) ist nicht auf einen technischen Fehler am Schiff zurückzuführen. Die genaue Unfallursache war somit auch am Sonntag noch nicht geklärt. Menschliches Versagen sei nicht auszuschließen, sagte ein Polizeisprecher.

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