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Hier kommt seit einem Jahr keiner mehr durch

Straßenblockade Hier kommt seit einem Jahr keiner mehr durch

Ein Kieshaufen, Strohballen und Baumstämme blockieren schon seit einem Jahr einen Wirtschaftsweg zwischen Klein- und Groß Escherde (Kreis Hildesheim): Ein Streit um die Unterhaltungskosten hat dazu geführt, dass alle große Umwege fahren müssen. Nun klagt ein Landwirt gegen die Sperre.

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Kein Durchkommen mehr: Seit einem Jahr blockieren Landwirte diesen Weg zwischen Klein und Groß Escherde.

Quelle: dpa

Klein Escherde. Die Idylle von Mais- und Getreidefeldern bei Nordstemmen im Kreis Hildesheim trügt. Ein großer Kieshaufen, Strohballen und Baumstämme blockieren den Wirtschaftsweg zwischen Klein Escherde mit 490 Einwohnern und Groß Escherde mit 700 Einwohnern. Kein Durchkommen gibt es für Autos und Traktoren, die gerade jetzt zur Erntezeit wieder unterwegs sind.

Im Streit um Unterhaltskosten für den einspurigen, asphaltierten Weg versperrten Landwirte vor einem Jahr die Durchfahrt. Die Fronten sind derart festgefahren, dass nur für Fußgänger und Radfahrer ein Durchlass freigeräumt wurde. Bisher letzte Eskalationsstufe: Einer der Streithähne zog vor das Verwaltungsgericht (Az: 1 A 2904/16).

Wegen eines Streits um Unterhaltungskosten blockieren Bauern einen Weg zwischen Klein und Groß Escherde im Kreis Hildesheim.

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"Es geht um Unterhaltskosten, einer, der nicht im Dorf wohnt, war nicht bereit, dazu beizutragen", erklärt Ortsbürgermeisterin Jutta Hartmann (CDU). Die Landwirte in Groß Escherde müssten den Weg in Ordnung halten und bezahlten eine Umlage nach Hektar. So einfach, so klar. Wäre da nicht die Biogas-Anlage in Klein Escherde, deren Belieferung immer auch über den Weg lief, ohne dass es Ärger gab. Als dann jedoch die Anlieferung von Mais zunahm, wollte der Verband der Landwirte einen Zuschuss vom Kollegen in Klein Escherde. Der aber stellte auf stur, wollte nicht zahlen. "Der Vorstand des Verbandes hat eine Versammlung abgehalten und beschlossen, wir machen den Weg zu", fasst Hartmann den Gang der Dinge im vergangenen Jahr zusammen.

Statt an einer Ampelkreuzung müssen Landwirte nun auf offener Strecke mit Traktoren und Gespannen auf die viel befahrene B1 einbiegen. "Wir können froh sein, dass da noch nichts passiert ist bisher", meint die Ortsbürgermeisterin. Große Aufregung gibt es auch bei Anliegern mit Kinderwagen oder Rollatoren: "Das war schon abenteuerlich." Ein Anwohner empört sich in der "Hildesheimer Allgemeinen": "Was kommt als nächstes, Mauer und Stacheldraht, es ist traurig."

"Es geht um die Nutzung eines landwirtschaftlichen Wegs, den der Realverband unterhält", sagt Verwaltungsgerichtssprecher Burkhard Lange in Hannover. "Der Realverband hat die Nutzung untersagt, dagegen klagt ein Landwirt." Die großen Transporter in Richtung Biogasanlage machten den Weg kaputt, das sei vom Verbandszweck nicht gedeckt, argumentiere die eine Seite. Der Kläger wolle den Weg dennoch nutzen, müsse sein Ansinnen aber noch begründen.

Landwirtschaftliche Wirtschaftswege wie bei Nordstemmen, unterhalten von den Bauern oder Kommunen, gibt es viele, auf 56 000 Kilometer schätzt das Landwirtschaftsministerium in Hannover das Netz asphaltierter oder lediglich geschotterter Verbindungen in Niedersachsen. Streit um den Unterhalt sei aber selten, meint die Sprecherin des Landesbauernverbandes, Gabi von der Brelie. "Das läuft im Allgemeinen recht gut." Dass Landwirte den Unterhalt der zu ihren Feldern führenden Wegen selber in die Hand nehmen, sei oft auch günstiger. In Eigenleistung brächten die Bauern manches selbst in Ordnung.

Konflikte gibt es in letzter Zeit auf Niedersachsens Wirtschaftswegen zwischen Radfahrern und Landwirten. Mancher Ausflügler empöre sich über den Traktor, der ihm auf der Strecke begegne, sagt von der Brelie. Im Kreis Göttingen rufen Landwirte daher mit einer einfachen aber auffälligen Aktion alle Verkehrsteilnehmer zur Rücksichtnahme auf. Mit einer Schablone sprühen sie ihre Botschaft auf die Wege: "Rücksicht macht Wege breit", lautet diese, darunter sind ein Traktor und ein Radfahrer zu sehen, die nebeneinander herfahren. Eine Schablone zur Lösung des Konflikts zwischen Klein und Groß Escherde haben die Landwirte aber noch nicht gefunden.

dpa

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