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Der Norden Unwetter lässt Autos durch Ort schwimmen
Nachrichten Der Norden Unwetter lässt Autos durch Ort schwimmen
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18:48 05.06.2017
Unwetter im Landkreis Hildesheim: Ein Feuerwehrmann steht neben einem von Wassermassen mitgerissenen Auto in Sottrum. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hildesheim

Immer wieder dieser eine Satz: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Die Reaktionen von Anwohnern und Rettungskräften auf das kurze, aber heftige Unwetter im Landkreis Hildesheim am Sonnabend war von Unglauben und Entsetzen geprägt. Gräben und Bäche verwandelten sich in reißende Ströme. In Sottrum in der Gemeinde Holle rissen die Wassermassen mehrere Autos mit, Keller liefen voll. „Man glaubt es nicht, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte“, sagte der Gemeindebrandmeister von Holle, Bernd Scharlemann. Mehr als 160 Einsatzkräfte kämpften gegen Schlamm und Regen.

Ein heftiges Unwetter mit Starkregen hat große Schäden in Teilen des Landkreises Hildesheim verursacht. In Sottrum verwandelte sich ein kleiner Bachlauf durch Regenwasser in einen reißenden Wasserstrom, der mehrere Autos mitspülte.

Auch in Bad Salzdetfurth hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz. Alle 11 Wehren und 180 Leute waren nach Angaben der Feuerwehr bis tief in die Nacht im Einsatz, um Keller leer zu pumpen und überflutete Straßen zu sichern. In Bodenburg liefen die Schlammmassen in ein Freibad. Die Bahnstrecke zwischen Groß Düngen und Bodenburg musste für mehrere Stunden eingestellt werden.

Besonders dramatisch war eine Situation in Wesseln: Dort wurde ein Mann leicht verletzt – doch der Unfall hätte schlimmer ausgehen können. Wie Ortsbrandmeister Wolfgang Lemke berichtete, wollte der Mann Äste von einem Ablauf unter der Bahnbrücke entfernen. Dabei hatte er die Kraft des Wassers unterschätzt und wurde mitgerissen. „Er hielt sich schließlich an einem Ast fest und rief um Hilfe“, sagt Lemke. Feuerleute zogen den Wesselner aus den Fluten.

Auf die Retter wartete gleich das nächste Problem: Das Regenwasser stand so hoch, dass sich das Tor der Fahrzeughalle nicht öffnen ließ. „Da mussten wir erst einmal abwarten, sonst wäre alles vollgelaufen“, so der Ortsbrandmeister. Das Wasser sei binnen kurzer Zeit da gewesen. „So schnell konnte man gar nicht gucken“, berichtet ein Wesselner Landwirt. Auch Helfried Basse, Umweltdezernent des Landkreises, sagt: „Es gab keine Reaktionszeit.“

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sind in der Region innerhalb einer Stunde 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – normalerweise regnet es dort im ganzen Juni rund 75 Liter. Nach einer halben Stunde liefen bereits die kleinsten Kanäle über. „In einem Fall wie diesem können wir Meteorologen nicht einmal eine halbe Stunde im Voraus sagen, wo die Unwetterwolken genau abregnen“, sagte Robert Scholz vom DWD.

Am Sonntag war in den betroffenen Ortschaften Großreinemachen angesagt. Aus vielen Häusern wurden nasse Gegenstände auf die Straße geräumt. Auch Heinz Beckhold in Sottrum gehört zu den Geschädigten. Er habe noch gerade die Pferde von der Koppel gerettet, sagte er. „Innerhalb kürzester Zeit stand mir das Wasser bis zu den Knien und lief durch mein Haus.“

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) machte sich am Sonntag ein Bild von der Lage vor Ort und sprach mit Betroffenen. Er mahnte, dass durch den fortschreitenden Klimawandel extreme Unwetter häufiger würden. Daher müsse auch der Hochwasserschutz verbessert werden. Wie hoch der entstandene Schaden ist, war am Montag noch unklar.     

Von Andrea Hempen
und Vera Jansen

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