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A2: Fernfahrer stehen häufig unter Drogen

Hohe Zahl an Unfällen A2: Fernfahrer stehen häufig unter Drogen

Die Vielzahl der schweren und tödlichen Unfälle auf der A2 ist auch auf den zum Teil massiven Drogenkonsum der Fernfahrer zurückzuführen. Der Termindruck sei so groß, dass viele Fahrer Ecstasy nehmen würden, sagte Holger Kloth, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmer bei einer Diskussionsrunde, zu der die CDU-Landesfraktion nach Lehrte-Ahlten eingeladen hatte.

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Die Feuerwehr trifft an einem Unfallort ein. 

Quelle: Elsner (Archiv)

Hannover. „Der Termindruck ist heute so groß, dass die Fahrer Ecstasy nehmen, um die 30-stündige Fahrt vom Baltikum zu den großen Seehäfen überhaupt durchzustehen“, stellt Holger Kloth fest.

Auch der Lehrter Stadtbrandmeister Jörg Posenauer weist auf Probleme hin: „Die Kollegen stellen bei Rettungseinsätzen schon fest, dass leere Wodkaflaschen durch die Kabinen der Lastwagen rollen oder dass ihnen die Fahrer benebelt entgegenkippen.“ Posenauer und seine Kollegen müssen häufig zu Unfällen auf der A2 ausrücken.

Das Thema Drogen war eines der zentralen bei einer Diskussionsrunde, zu der die CDU-Landtagsfraktion am Freitag ins Feuerwehrhaus nach Lehrte-Ahlten eingeladen hatte. Auch Alexander Zimbehl, der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, erklärte, dass das Fahren unter dem Einfluss von Rauschmitteln generell zugenommen habe. „Vor diesem Hintergrund muss man sich über die gerade viel diskutierte Freigabe von Cannabis in Deutschland neue Gedanken machen“, sagte er. Zimbehl forderte den Kontrolldruck auf die Fernfahrer deutlich zu verstärken.

Die Autobahn 2 gehört zu den am meisten befahrenen Straßen des Bundesgebietes. Bis zu 140.000 Fahrzeuge pro Tag nutzen die wichtige Ost-West-Tangente. Nach Angaben der Polizei ereigneten sich im vergangenen Jahr allein auf der A2 2029 Unfälle. Dabei wurden 455 Menschen leicht, 53 schwer und zehn tödlich verletzt. Allein die Ortsfeuerwehr Ahlten musste 2014 60-mal zu Einsätzen auf die Autobahn ausrücken. Die CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley, Karsten Heineking und Hans-Joachim Deneke-Jöhrens informierten sich vor Ort über die hohen Belastungen für die Einsatzkräfte und die Kommune. Sie bekamen darüber hinaus viele weitere Vorschläge zu hören, wie die Sicherheit auf der A2 verbessert werden könnte:

Mehr Blitzer

Tempoüberschreitungen sind aus Sicht der Polizeigewerkschaft zwar nicht bei Fernfahrern, wohl aber bei den Fahrern von Lieferwagen und Pkw ein großes Problem. „Das bekommen wir nur in den Griff, wenn wir die Anzahl der fest installierten Blitzer auf der Strecke am besten verdoppeln“, sagt Gewerkschafter Zimbehl.

Keine Freigabe des Standstreifens für den Verkehr

Die Lehrter Feuerwehr befürchtet massive Probleme durch die für den Herbst geplante Freigabe des Standstreifens als vierte Spur. „Wir kommen bereits jetzt nur mit Schwierigkeiten zu den Unfallstellen, weil die Autofahrer keine Rettungsgasse bilden“, sagt Karl-Heinz Banse, der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes. Die einzige Möglichkeit sei bislang oft das Ausweichen auf die Standspur. „Wenn da jetzt auch noch Fahrzeuge stehen, haben wir keine Chance mehr“, sagt er.

Lastwagen auf mittlere Spur

Nach Angaben von Adalbert Wendt, dem Präsidenten des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen, entstehen viele Unfälle beim Auffahren von der Raststätte Lehrte auf die A2. Der Grund dafür: Der Einfädelungsstreifen ist extrem kurz, die rechte Spur wird in der Regel von den Lastwagen blockiert. „Warum dirigiert man die Lkw nicht einen Kilometer vor der Rastanlage auf die mittlere Spur und einen Kilometer nach der Auffahrt wieder zurück auf die rechte, um diese Art von Unfällen zu verhindern?“, fragt Wendt.

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