Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Uslar beschließt Resolution gegen Rudelbildung
Nachrichten Der Norden Uslar beschließt Resolution gegen Rudelbildung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:48 30.06.2016
Noch sind in Uslar keine Wölfe, und das soll nach einem Beschluss der örtlichen Politik auch so bleiben. Quelle: dpa
Anzeige
Uslar/Northeim

„Von Wölfen geht eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus“, heißt es in dem Resolutionstext. Das gelte nicht nur für Nutztiere und die Landwirtschaft, sondern es könne auch „jeder Spaziergänger, Wanderer, Jogger oder Ausflügler betroffen sein“. Weidetierhaltung werde erschwert, weil die Wiesentäler im Solling praktisch nicht einzuzäunen seien. Zudem sei mit einem Wolfsrudel in der Nachbarschaft der Tourismus in Gefahr. „Viele potenzielle Gäste werden vermutlich einen Bogen um unsere Heimat machen und ihren Urlaub an anderen Orten verbringen“, heißt es in der Resolution weiter.

Angestoßen hat den Resolutionstext ausgerechnet ein Grüner im Stadtrat: Volker Ruwisch. Dafür habe er schon viel Kritik und Gegenwind aus seiner Partei erfahren, sagt er, doch er stehe zu seinem Vorstoß. „Die Wölfe haben hier keine natürlichen Feinde“, sagt der Mutterkuhhalter. Es gebe bei der Ausbreitung daher nur zwei begrenzende Faktoren: Mangel an Lebensraum und Mangel an Frischfleisch („Die sammeln hier ja schließlich keine Brombeeren“). Doch beides sei nicht gegeben, der Wolf habe die freie Auswahl und werde sich daher stark vermehren und alle zwei bis drei Jahre seinen Bestand verdoppeln, fürchtet Ruwisch.

Das sei vor allem ein Problem für die Sollinger Wiesentäler, eine Kulturlandschaft, auf der Schafe und Rinder grasen, sagt Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (CDU). „Wenn wir hier Wölfe hätten, hätten wir ein Problem.“
Unklar ist allerdings, wer das Problem lösen soll – und wie. Mit der Resolution fordert der Stadtrat lediglich, „eine Rudelbildung von Wölfen (...) zu verhindern“. Wer dafür zuständig ist, wird nicht erwähnt.

Das Umweltministerium in Hannover will es nicht sein: „Wölfe dürfen in Europa weder getötet noch verletzt oder verfolgt werden. Die Forderung nach der Einrichtung wolfsfreier Zonen stellt eindeutig eine Aufforderung zum Verstoß gegen geltendes Recht dar“, erklärt eine Sprecherin.

Ruwisch hält diese Haltung für naiv: „Ich verstehe die Wolfsbegleiter nicht. Wenn wir die Vermehrung einfach laufen lassen, werden wir noch viel größere Probleme bekommen.“     

Terrorangst im ICE: Nachdem ein Mann im Zug von Berlin nach Köln islamistische Parolen gerufen hat, hat die Polizei die Bahn im niedersächsischen Bückeburg vorsorglich gestoppt. Der Mann wurde in Gewahrsam genommen. 400 Reisende mussten umsteigen. 

30.06.2016

Der Schlägerei auf dem Campingplatz im niedersächsischen Visbek, die zum Tod eines Menschen führte, ist offenbar ein Familienstreit vorausgegangen. Mit Baseballschlägern bewaffnete Männer hatten in der Nacht zu Mittwoch die Gäste einer Feier angegriffen.

30.06.2016

Die Zahl rechter Straftaten ist in Niedersachsen im ersten Quartal 2016 weiter angestiegen. In den ersten drei Monaten seien 474 Delikte registriert worden. Das sind 152 Fälle oder 47 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 

30.06.2016
Anzeige