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Vater bringt Mordfall Frederike erneut vor Gericht

Neue Verhandlung Vater bringt Mordfall Frederike erneut vor Gericht

Der Kampf schien verloren, doch Hans von Möhlmann gibt nicht auf. Beharrlich setzt sich der Rentner dafür ein, dass der Mord an seiner Tochter Frederike in Hambühren (Kreis Celle) doch noch gesühnt wird.

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„Gerechtigkeit für meine Tochter“: Hans von Möhlmann kämpft weiter.

Quelle: Hauke-Christian Dittrich

Celle. Der Mörder der damals 17-Jährigen wurde 2012 verspätet anhand von DNA überführt, war aber bereits rechtskräftig freigesprochen.

Gleich auf zwei Ebenen verzeichnen Frederikes Vater und sein Anwalt Wolfram Schädler jetzt Zwischenerfolge. Zum einen hat das Oberlandesgericht Celle einen Berufungstermin im Prozess um Schmerzensgeld zugelassen. Im März wird der Fall dort mündlich verhandelt, wie eine Sprecherin am Dienstag bestätigte. „Wir freuen uns darüber“, sagt Anwalt Schädler. Zum anderen haben sich schon fast 100 000 Menschen der Petition des Vaters im Internet angeschlossen, die die Wiederaufnahme von Strafprozessen nach neuen DNA-Beweisen ermöglichen will - dies wird nun vom Bundesjustizministerium geprüft.

Frederike wurde 1981 in einem Wald bei Hambühren vergewaltigt und getötet. Nach einer Chorprobe in Celle hatte sie sich, weil kein Bus fuhr, als Anhalterin auf den Nachhauseweg nach Oldau gemacht. Der 22 Jahre alte Ismet H.nahm sie in seinem BMW mit. Auf halbem Weg hielt er an, vergewaltigte Frederike, stieß elfmal mit einem Messer auf sie ein und schnitt ihr, als sie zu fliehen versuchte, die Kehle durch. Reifenspuren führten die Ermittler zum Täter, zudem stammten Fasern an der Kleidung der Schülerin von Kissen und Teppichen in seinem Auto. Das Landgericht Lüneburg verurteilte den aus der Osttürkei stammenden Mann 1982 wegen Mordes. Der Bundesgerichtshof verwies den Fall nach einer Revision an das Landgericht Stade, dem die Indizien nicht ausreichten, und das H. deshalb 1983 freisprach.

Frederikes Vater setzte sich, als die Methoden der DNA-Analyse präziser geworden waren, für eine erneute Untersuchung der Spuren ein. 2012 bekam er Gewissheit: Ismet H. ist der Mörder. Doch um eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens bemühte sich der Rentner vergeblich. Auch Ansprüche auf Schmerzensgeld nannte das Landgericht Lüneburg, das an H.s Täterschaft nicht zweifelte, im vergangenen September „verjährt“. Um das Geld geht es dem Vater nicht. „Gerechtigkeit für meine ermordete Tochter“ fordert er nun in Form der Online-Petition vom Bundesjustizminister. 96 700 Menschen haben schon unterzeichnet, manche für den juristischen Kampf sogar gespendet. In einigen Ländern, argumentiert Anwalt Schädler, sei eine Verfahrenswiederaufnahme in solchen Fällen schon möglich. Wenn 100 000 Unterzeichner erreicht sind, will er die Petition in Berlin übergeben. „Der Mord muss gesühnt werden können“, heißt es darin.

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