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Der Norden Familie lässt Mutter verhungern
Nachrichten Der Norden Familie lässt Mutter verhungern
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00:18 07.08.2015
Der Fall wird vor der Jugendkammer des Schwurgerichts des Landgerichts Verden verhandelt werden. Quelle: Symbolfoto
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Verden

Ein 50-jähriger Mann und seine 18-jährige Tochter aus Thedinghausen (Kreis Verden) müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie ihre Mutter und Ehefrau qualvoll verhungern ließen. Die Staatsanwaltschaft Verden hat gegen die beiden Anklage wegen Mordes durch Unterversorgung erhoben.

Zugetragen hat sich das Drama bereits Anfang des Jahres. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist die 49-jährige schwer alkoholkranke Frau gestürzt und hat sich dabei einen Hüftknochen gebrochen. „Die Frau war dadurch nicht mehr in der Lage, sich selber zu versorgen“, sagte der Erste Staatsanwalt Lutz Gaebel von der Staatsanwaltschaft Verden der HAZ. Anstatt aber einen Arzt zu rufen oder die Verletzte in ein Krankenhaus zu bringen, haben der Vater und die damals noch 17 Jahre alte Tochter die Frau lediglich auf ein Sofa im Wohnzimmer gelegt.

Es folgte für die Mutter ein qualvolles Martyrium, das nach Erkenntnissen der Ermittler sechs Wochen lang andauerte, bis die Frau schließlich an Entkräftung starb. Gefunden wurde ihre Leiche erst Mitte März 2015.
Weitere Details darüber, ob die Frau in dieser Zeit gar nicht oder mangelhaft versorgt wurde, wollte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht preisgeben. Der Sprecher der Behörde bestätigte aber, dass die Frau große Schmerzen gehabt haben muss.

Was Tochter und Vater zu dieser Tat getrieben haben könnte, wird die Hauptverhandlung vor Gericht klären müssen. Es gebe jedoch klare Anzeichen, dass die schwere Alkoholabhängigkeit der Frau in der Situation eine große Rolle gespielt haben könnte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gehen wohl davon aus, dass die Frau ihre Angehörigen tyrannisiert hatte, und dass sie ihr deswegen jede Hilfe verweigert hätten.

Der Fall wird vor der Jugendkammer des Schwurgerichts des Landgerichts Verden verhandelt werden. Dem Vater droht im Fall einer Verurteilung wegen Mordes durch Unterlassung lebenslange Haft, der Tochter nach dem Jugendstrafrecht maximal 15 Jahre. Wann der Prozess beginnen wird, steht noch nicht fest.

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