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Walkadaver drohen zu explodieren

Wangerooge Walkadaver drohen zu explodieren

Seit einigen Tagen liegen zwei verendete Pottwale an Wangerooges Strand. Die Skelette der Dickhäuter sollen als Touristenattraktion ausgestellt werden. Doch die Bergungskräfte stehen vor einem Problem: Die toten Tiere drohen zu platzen.

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Traurige Attraktion: Die Zwölf bis 13 Meter langen Pottwale sollen bald ans Festland gebracht werden.

Quelle: dpa

Wangerooge. Sicherheitshalber ist der Strandabschnitt am östlichen Ende Wangerooges am Montag weiträumig abgesperrt worden. Die beiden Walkadaver, die dort am vergangenen Freitag angespült wurden, drohten zu explodieren. „Man sollte sich den Tieren nicht nähern“, riet Richard Czeck vom Nationalpark Wattenmeer. Die Gefahr, die von Faulgasen in den massigen Körpern ausgeht, ist inzwischen stark gestiegen – trotz der relativen niedrigen Temperaturen. „Es gärt und brodelt gewaltig in den Tieren“, sagte Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner. „Die drohen uns hier um die Ohren zu fliegen.“

Die beiden männlichen Pottwale waren am vergangenen Freitag auf der Nordseeinsel angespült worden. Die zwölf und 13 Meter langen Meeressäuger liegen seitdem auf einer Sandbank vorm Strand, die zu Fuß nur bei Niedrigwasser zu erreichen ist. Zur Sicherheit wurden die Unterkiefer der Tiere abgetrennt – um nicht Trophäenjäger anzulocken, die es auf die elfenbeinhaltigen Kiefer abgesehen haben könnten.

Nachdem vor der Nordseeinsel Wangerooge zwei tote Pottwale gefunden worden sind, wurden jetzt zwei weitere tote Pottwale vor der Hochseeinsel Helgoland entdeckt. 

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Über die Todesursache gab es am Montag keine neuen Erkenntnisse. Gewebeproben, die im Auftrag der Nationalparkverwaltung am Sonnabend genommen und an die Tierärztliche Hochschule in Hannover zur Untersuchung geschickt wurden, sind noch nicht ausgewertet. Das soll auch Auskunft darüber geben, welcher Population die Tiere angehörten und woher sie stammten. „Wir erwarten die Ergebnisse im Laufe der Woche“, sagte Jan Wagner vom Nationalpark Wattenmeer. „Die Tiere waren stark abgemagert.“ Möglicherweise seien sie an Erschöpfung gestorben. Experten gehen davon aus, dass die beiden männlichen Wale auf dem Weg von der Arktis an den Äquator die Orientierung verloren haben, was immer wieder vorkommt. Sie finden in der flachen Nordsee nicht genug Nahrung.

Noch nicht abschließend geklärt ist, was mit den 30 Tonnen schweren Pottwalen passiert. „Experten der Nationalparkverwaltung beraten das weitere Vorgehen“, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover. Dabei gehe es auch um die Frage, wie die Kadaver geborgen werden können.

„Die müssen hier weg“

Für Inselbürgermeister Lindner steht jetzt schon fest: „Die müssen hier weg.“ Der Parteilose stellt sich das so vor: Wahrscheinlich würden sie auf Landungsboote gezogen und nach Wilhelmshaven gebracht. „Das sind gewaltige Jungs. Man muss die ja auch an Land bekommen. “ Das ginge zum Beispiel mit Kränen in Wilhelmshaven, wo sie an Land präpariert werden können.Denn eines der Skelette möchte Lindner gerne zurück haben. So viel Aufmerksamkeit hatte seine Insel schon lange nicht mehr. „Wir sind schon auf Sponsorensuche, um die Kosten zu decken.“

Von Karl Doelke

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