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Der Norden Westfalenbahn kämpft mit Verspätungen und Ausfällen
Nachrichten Der Norden Westfalenbahn kämpft mit Verspätungen und Ausfällen
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00:15 09.06.2016
Von Bernd Haase
Quelle: dpa
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Hannover

Ursache sind technische Probleme an den Zügen. Eigentlich sollten diese bis Ende Mai gelöst sein. „Wir brauchen aber vermutlich drei weitere Monate“, sagt Geschäftsführer Rainer Blüm.

Immerhin sollen die Züge nun bis zum Beginn der Sommerferien so weit in Schuss gebracht werden, dass wenigstens keine Ausfälle mehr verkraftet werden müssen. Die Nahverkehrsgesellschaft des Landes kündigt weitere Strafen an und fordert nach Angaben von Sprecher Rainer Peters nun mit Frist bis zum heutigen 6. Juni eine Stellungnahme, wie es weitergeht.

Auf der Strecke quer durch Niedersachsen setzt die Westfalenbahn Doppelstockwagen vom Typ Kiss ein, deren Stückpreis bei 14 Millionen Euro liegt. Baugleiche Wagen verkehren beispielsweise auch im Emsland, ohne dass es Auffälligkeiten gibt. Bei den 13 Zügen auf der West-Ost-Verbindung ist das anders. „Wir haben seit Übernahme mit Softwareproblemen und Qualitätsmängeln aus der Produktion zu kämpfen. Nicht einmal ein Probebetrieb war möglich“, erklärt Blüm.

Ein Beispiel sei die Kontrolleinheit für die Klimaanlage. Die sende ab und an Fehlermeldungen an den zentralen Bordcomputer, obwohl alles einwandfrei funktioniere. Dieser Prozess dauere so lange, bis der Bordcomputer in einen Sicherheitsmodus falle und den Zug abbremse. Dies ist wiederholt auf freier Strecke geschehen.

Strafgelder für Zugausfälle

Mittlerweile ist man bei der Westfalenbahn im Notfallmanagement geübt. Trotzdem schätzt Blüm den Schaden, der durch Strafgelder für Zugausfälle entstanden ist, auf einen mittleren sechsstelligen Bereich. Dazu kommen Entschädigungszahlungen für Kunden sowie weitere Strafen für Verspätungen, die erst am Jahresende ermittelt werden. „Wir werden beim Hersteller Stadler Schadenersatzforderungen geltend machen“, sagt Blüm.

Neu für die Kunden ist, dass es an der Strecke mittlerweile überall Fahrkartenautomaten gibt. Deren Aufstellung hatte sich laut Blüm wegen technischer Probleme, die der Hersteller zunächst nicht in den Griff bekam, um sechs Monate verzögert.

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