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Der Norden Vier Jahre Haft nach Angriff auf Polizisten
Nachrichten Der Norden Vier Jahre Haft nach Angriff auf Polizisten
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11:17 06.03.2017
Der Angeklagte Lars G. (rechts) neben seinem Verteidiger. Quelle: dpa
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Winsen

Das Opfer ist bis heute dienstunfähig: Wegen einer folgenschweren Attacke auf einen Polizisten im Kreis Harburg ist ein 33-Jähriger zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Winsen (Luhe) sah es nach Angaben einer Sprecherin am Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte dem Beamten mit großer Wucht einen Faustschlag versetzt hatte.

Der damals 31 Jahre alte Polizist stürzte bewusstlos auf den Asphalt und erlitt schwere Schädel-Hirn-Verletzungen, er schwebte tagelang in Lebensgefahr. Der Beamte wollte am Rande eines Dorffests eine Schlägerei zwischen dem Sicherheitsdienst einer Kneipe und mehreren Männern beenden, die nicht eingelassen worden waren.

Polizist kann nie wieder Streife laufen

„In der Reha musste das Opfer wieder sprechen und laufen lernen“, schilderte Gerichtssprecherin Simone Skibba die Folgen des Angriffs vom August 2015 in Meckelfeld in der Gemeinde Seevetal. Der Beamte leide noch heute unter den Folgen der Tat, auch psychisch. Neben Wortfindungsstörungen und einer Beeinträchtigung des Hörvermögens bekam der Polizist auch epileptische Anfälle. Seinen Beruf im Streifendienst werde er wegen der Verletzungen nie mehr ausüben können. Es sei fraglich, ob er zumindest im Innendienst wieder arbeiten könne.

Zu Beginn des Prozesses am vergangenen Dienstag hatte sich der Angeklagte auf Erinnerungslücken nach Alkoholkonsum berufen. Das hielt das Gericht nach Angaben der Sprecherin wegen der Zeugenaussagen auch über das Verhalten des Mannes vor und nach der Tat für unglaubhaft. Zunächst war nach dem Angriff wegen versuchten Totschlags ermittelt worden. Für Hinweise wurde von der Polizeidirektion Lüneburg und privater Seite eine Belohnung von 6000 Euro ausgesetzt.

Urteil härter als von Staatsanwaltschaft gefordert

Das Gericht befand den bis dahin unbestraften 33-Jährigen am Freitag der schweren Körperverletzung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte für schuldig. Der Staatsanwalt hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Nach den bundesweiten Kriminalstatistiken wurden 2015 genau 68 212 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstsanitäter als Opfer von Straftaten erfasst. Die weitaus meisten Betroffenen waren Polizeibeamte, in mehr als 40 000 Fällen ging es um Widerstand gegen die Polizei.

Die meisten anderen Vorwürfe lauteten auf einfache Körperverletzung (16 163 Opfer), schwere Körperverletzung (4474 Opfer) und Bedrohung (4271 Opfer). Die Gesamtzahl der Opfer stieg damit seit der erstmaligen spezifischen Erfassung 2011 an. Damals wurden 56 716 Betroffene gezählt. Um Polizisten, Retter und Feuerwehrleute besser vor Attacken zu bewahren, beschloss das Bundeskabinett Anfang Februar strengere Strafen für Angreifer. Die zunehmenden Übergriffe seien völlig inakzeptabel, sagte damals Justizminister Heiko Maas (SPD).

Von Peer Körner

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