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Vogelgrippe: Erster Verdacht in Betrieb im Norden

Stallpflicht verhängt Vogelgrippe: Erster Verdacht in Betrieb im Norden

In Deutschland sind Fälle von Vogelgrippe aufgetreten – in Schleswig-Holstein wurde der gefährliche hochansteckende Erreger erstmals in einem Geflügelbetrieb nachgewiesen. In mehreren Regionen in Niedersachsen gilt nun die Stallpflicht. Die Geflügelwirtschaft befürchtet negative Folgen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Bad Bentheim . Nach Ausbruch der Vogelgrippe ist in Schleswig-Holstein erstmals in einer Geflügelhaltung ein Vogelgrippe-Virus an verendeten Puten festgestellt wurden. In dem Betrieb im östlichen Landesteil sind laut Agrarministerium 18 Tiere verendet. Weitere Tiere des Betriebs müssen nun gekeult werden. Proben der toten Tiere waren zuvor positiv auf Influenza-A-Viren des Subtyps H5 getestet worden. Eine endgültige Feststellung der Geflügelpest durch das nationale Referenzlabor steht aber noch aus. Habeck sprach von einer schlechten Nachricht.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg gab es mehrere Infektionen mit dem hochansteckenden Erreger-Typ H5N8 

Zum Schutz vor der Vogelgrippe gilt für Geflügel im Emsland, im Landkreis Cloppenburg sowie in der Grafschaft Bentheim ab sofort Stallpflicht. Im Landkreis Vechta tritt die Regelung am Samstag in Kraft. Bis Ende Januar dürfen Hühner, Enten, Truthähne, Gänse und andere gefiederte Nutztiere nicht ins Freie, teilten die Landkreise am Donnerstag mit.

Eine Verbreitung des Erregers durch Wildvögel sei wahrscheinlich, daher sei die Stallpflicht die einzig geeignete Maßnahme, sagte Landrat Reinhard Winter im Emsland. Sowohl der Landkreis Emsland als auch die Grafschaft Bentheim sind Rastgebiete für wildlebende Wat- und Wasservögel. Gleichzeitig gibt es dort viele Geflügelbetriebe. Im Emsland werden nach Angaben des Landkreises 35 Millionen Stück Geflügel gehalten, in der Grafschaft Bentheim sind es 9,4 Millionen, in Cloppenburg 13,2 Millionen und in Vechta 14,8 Millionen. Aus Sicht des Landesverbandes Geflügelwirtschaft ist die Stallpflicht grundsätzlich sinnvoll. Im Falle einer Ansteckung der Geflügelbestände drohe sonst ein Schaden in Milliardenhöhe, sagte der Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke. Die möglichen Einbußen durch die Stallpflicht seien überschaubar - solange es um einen begrenzten Zeitraum gehe.

"Nach der EU-Vermarktungsnorm dürfen Eier weiter als Freilandhaltung deklariert werden, wenn die Legehennen nicht länger als zwölf Wochen im Stall waren." Danach sei eine Umcodierung nötig - und für Eier aus Bodenhaltung liegt der Stückpreis um drei bis vier Cent niedriger als für Eier aus Freilandhaltung. Für die Masthähnchen-Haltung sei die Stallpflicht ohne Folgen - diese Tiere werden ohnehin nur in Ställen gehalten. Negative Auswirkungen befürchtet Ripke für das Geschäft mit den Weihnachtsgänsen. "Nicht alle Gänsehalter haben genug Stallplätze. Außerdem werden Gänse aggressiv, wenn sie länger im Stall gehalten werden", sagte Ripke. Das könne zu Verletzungen und blauen Flecken führen - ein Ausschlusskriterium bei der Veterinärkontrolle.

Ökologisch wirtschaftende Geflügelbetriebe müssen zunächst nicht fürchten, dass sie durch die Stallpflicht ihre Kennzeichnung verlieren. Eigentlich ist vorgeschrieben, dass Öko-Geflügel einen Grünauslauf haben muss. "Im Rahmen einer Seuchengefahr ist aber eine Stallunterbringung möglich, ohne dass der Bio-Status aberkannt wird", sagte Andreas Jansen von der Naturland Fachberatung in Visselhövede.

Kritisch werde es erst, wenn die Stallpflicht über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr ausgedehnt werde. Dann müsse sich der Gesetzgeber überlegen, ob er andere Vorgaben mache. Viele Biobetriebe hätte etwa Wintergärten, wo die Tiere Auslauf haben, aber durch einen feinmaschigen Draht von Kontakten mit Wildvögeln abgeschirmt seien.

dpa

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