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Der Norden Vogelgrippe: 92.000 weitere Tiere werden getötet
Nachrichten Der Norden Vogelgrippe: 92.000 weitere Tiere werden getötet
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12:11 24.11.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Barßel

Nach dem Nachweis des hochansteckenden Vogelgrippe-Erregers H5N8 in einem Mastbetrieb in Barßel im Landkreis Cloppenburg sind sämtliche 16.000 Putenhähne getötet worden. Außerdem müssen 92.000 weitere Nutztiere aus benachbarten Betrieben sterben, sagte der Sprecher des Landkreises, Frank Beumker, auf HAZ-Anfrage am Donnerstag. "Wir tun alles, damit sich das Virus nicht noch weiter ausbreitet." 

In einem Radius von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Betrieb werde ein Sperrbezirk eingerichtet. Das rundherum liegende Gebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern wird zum Beobachtungsgebiet. In beiden Gebieten gelten besondere Auflagen für Tierhalter. Sie dürfen Vögel und Säugetiere nicht aus ihren Betrieben wegbringen oder neue Tiere hinzunehmen. Auch Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie tierische Nebenprodukte wie Mist und Gülle müssen im jeweiligen Unternehmen bleiben.

Im Sperrbezirk befinden sich 75 Geflügel haltende Betriebe mit insgesamt rund 270.000 Tieren. Im Beobachtungsgebiet sind 134 Betriebe mit rund 885.000 Tieren betroffen.

Die Ursache für den Ausbruch in der Gemeinde Barßel ist weiter unklar. "Es gibt keine Hinweise darauf, wie das Virus in den Stall gekommen ist", sagte Beumker. Zum wirtschaftlichen Schaden konnte er keine Angaben machen. "Die Auswirkungen sind uns im Einzelnen noch nicht bekannt."

Agrarminister will auf landesweite Stallpflicht verzichten

Trotz des jüngsten Falls der Vogelgrippe-Variante H5N8 in Niedersachsen will Landwirtschaftsminister Christian Meyer von einer landesweiten Stallpflicht für Geflügel absehen. "Das Friedrich-Loeffler-Institut hat sich gestern wieder öffentlich geäußert, dass vorher andere Maßnahmen wie Impfungen und so weiter zu diskutieren sind", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag im Landtag in Hannover. "Ich bin davon überzeugt, dass die Bekämpfung von Tierseuchen eine Sache von Fachleuten und Experten ist."

Die Opposition kritisierte das Vorgehen des Ministeriums. "Sie weigern sich hier, die möglichen Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern", sagte der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe. Obwohl das Ministerium derzeit keine landesweite Stallpflicht vorsieht, können die Landkreise selbst entscheiden, ob und in welchem Maße sie die Aufstallung in ihrem Zuständigkeitsgebiet anordnen. Inzwischen sind deshalb auch ohne allgemeine Stallpflicht 97 Prozent der Geflügelbestände eingesperrt.

ewo/dpa

Fragen und Antworten zur Vogelgrippe

Was sollen Bürger tun, die eine verendete Ente an einem See oder eine verendete Meise im Garten finden?

Singvögel und Tauben sind von der Vogelgrippe äußerst selten betroffen und müssen nicht gemeldet werden. Bei Wildvögeln können Wasservögel, Greifvögel, Eulen, Störche, Kraniche, Krähen, Elstern, Fasane und Rebhühner an der Geflügelpest sterben. Wer einen verendeten Vogel entdeckt, sollte ihn nicht berühren. Finder sollten in der Landeshauptstadt die Feuerwehr und im Umland die Veterinärbehörde der Region unter (05 11) 61 62 20 95 verständigen.
Welche Regeln sind bei der Winterfütterung von Vögeln im Garten zu beachten?

Singvögel tragen das Virus normalerweise nicht in sich. Derzeit finden die Gartenvögel ausreichend Nahrung ohne eine besondere Fütterung. Grundsätzlich empfiehlt die Veterinärbehörde der Region, Futterschalen regelmäßig zu reinigen – unabhängig von der Geflügelpest. Der beste Schutz vor Krankheitserregern ist es, sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen.
Was müssen Besitzer von Wellensittichen und Kanarienvögeln beachten?

Das Risiko für Wellensittiche und Kanarienvögel, sich mit der Vogelgrippe zu infizieren, ist gering, zumal die Tiere meist im Haus gehalten werden. Auch für Volieren im Außenbereich gibt es keine besonderen Vorschriften.

Gelten die verschärften Hygieneregeln wie das Desinfizieren nach Stallbesuchen auch für private Geflügelhalter, die vier Hühner oder zwei Enten haben?

Ja, die strengen Hygieneregeln gelten für alle Geflügelhalter.
Wie kontrollieren die Behörden die Einhaltung?

Die Region hat festgestellt, dass Nachbarn sehr aufmerksam verfolgen, wie Geflügelhalter mit den Tieren angesichts der Vogelgrippe umgehen, berichtet Sprecherin Christina Kreutz. Daher gebe es derzeit viele Hinweise auf Tiere, bei denen die Stallpflicht nicht eingehalten werde.
Welche Sanktionen drohen Geflügelhaltern, wenn sie gegen die Vorschriften verstoßen?

Möglich sind gebührenpflichtige Verwaltungsmaßnahmen und Ordnungswidrigkeitsverfahren von bis zu 30.000 Euro. Möglich wären auch privatrechtliche Haftungsforderungen von anderen Geflügelhaltern oder der Wirtschaft.
Seit dem vergangenen Freitag müssen in Teilen von Lehrte, Sehnde und Uetze Hunde und Katzen immer an die Leine oder dürfen gar nicht erst nach draußen. Halten sich die Tierbesitzer an diese Pflicht?

Offenbar halten sich nicht alle daran. Auch hier gilt, dass Nachbarn die Verstöße vermehrt der Region melden. Genaue Zahlen sind derzeit nicht bekannt.     

mak

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