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Wächst ein neuer Kaliberg in der Region?

Geplanter Abbau bei Hildesheim Wächst ein neuer Kaliberg in der Region?

Der Düngemittelkonzern K+S plant in Giesen bei Hildesheim ein neues Abbau-Projekt. Doch die Wiederaufnahme ist umstritten: Hauptstreitpunkt ist ein neuer Kaliberg, der in die Landschaft der Region ragen soll. K+S hält diesen für unverzichtbar, Anwohner fürchten Belastungen.

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Der neue Kaliberg bei Giesen soll noch größer werden als dieser alte Berg.

Quelle: Julian Stratenschulte

Giesen. Viele Streitpunkte, kaum Kompromisse: Beim Erörterungstermin zur geplanten Wiederaufnahme des Kaliabbaus bei Giesen im Landkreis Hildesheim haben der Düngemittelkonzern K+S sowie Behörden, Verbände und Bürger ihre Differenzen nicht beilegen können. Hauptstreitpunkt ist ein neuer Kaliberg, der in die Landschaft der Region ragen soll.

Die meisten Kritiker des Projekts sind nicht grundsätzlich gegen das Bergwerk, wünschen sich aber weniger Belastungen für die Anwohner. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geowissenschaften (LBEG) als Genehmigungsbehörde steht vor einer schwierigen Entscheidung. K+S hofft auf ein Votum im Sommer, LBEG-Mitarbeiter gehen eher von Ende 2016 aus.

K+S hält den zweiten Berg für unverzichtbar

Symbol der Wiederbelebung des Bergwerks, das 1987 außer Betrieb gegangen war, wäre ein zweiter Kaliberg unweit der ersten Halde, nur deutlich größer. Der hat im Vorfeld schon für einen Streit zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium in Hannover gesorgt. Das Umweltministerium fordert, eine zweite Halde zu vermeiden. K+S hält den zweiten Berg für unverzichtbar - ohne diesen werde es kein Bergwerk geben. Zwei Drittel der Abbaurückstände könnten wieder unter Tage landen, für das restliche Drittel fehle dort aber der Platz.

Auf großen Widerstand vor allem im Giesener Ortsteil Ahrbergen treffen zudem Pläne von K+S, am dortigen Schacht Fürstenhall das Bergwerk zu entlüften und die Transportzüge auf der alten Bahnstrecke am Südrand des Dorfes in Richtung der Bahnlinie Hildesheim-Lehrte rollen zu lassen. Die Bürger fürchten sowohl Lärm- und Schadstoffbelastung als auch eine Wertminderung ihrer Grundstücke.

„Die Strecke führt quasi durch Ihre Vorgärten“

LBEG-Verfahrensleiter Andreas Schleicher zeigte Verständnis: „Die Strecke führt quasi durch Ihre Vorgärten“, sagte er jetzt beim Erörterungstermin zu den Betroffenen. Er wollte sich aber nicht dazu einlassen, wie die Behörde am Ende entscheidet. K+S erklärte, mehrere Routen für eine neue Bahnstrecke weiter weg vom Dorf geprüft zu haben, die aber aus unterschiedlichen Gründen ausgeschlossen seien.

Zudem fordern viele Ahrberger, den Schacht Fürstenhall direkt am Ortsrand nicht mehr zur Entlüftung des Bergwerks nutzen und eine neue Entlüftungsanlage weiter weg zu bauen. „Ein neuer Schacht kostet 50 Millionen Euro, dann wäre das Projekt tot“, sagte K+S-Vertreter Dirk Uthoff. Auch Vorschläge, die Luftzirkulation der Anlage umzukehren („Wetterumkehr“), seien nicht zu realisieren: Dies sei technisch extrem aufwendig und ebenfalls zu teuer.

K+S will Anfang des nächsten Jahrzehnts den Betrieb in Giesen wieder aufnehmen und damit zugleich das Werk Sigmundshall bei Wunstorf ersetzen, wo der Betrieb in fünf Jahren enden soll. Der Dax-Konzern hat schon jetzt knapp 30 Millionen Euro in die Vorbereitung in Giesen gesteckt und kündigt Gesamtinvestitionen von einer halben Milliarde Euro an. Zudem wirbt das Unternehmen mit 500 Arbeitsplätzen im Werk selbst und weiteren 400 bei Zulieferern und Dienstleistern.

Von Tarek Abu Ajamieh

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