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Wahlbremerin ist im Rennen um Flug ins All

Reise zur ISS Wahlbremerin ist im Rennen um Flug ins All

Tina Büchner da Costa ist weit gekommen: die Wahlbremerin ist unter den letzten 86 Frauen im Rennen darum, die erste Deutsche im Weltall zu werden. Entschlossenheit und Leidenschaft bringt die zweifache Mutter mehr als genug mit.

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Tina Büchner da Costa, Mitarbeiterin in der Abteilung Künftige Raumfahrttechnologien bei Airbus Safran Launchers, im 1:1-Nachbau des ISS-Columbus-Raumlabors bei Airbus Defence & Space in Bremen.

Quelle: Ingo Wagner/dpa

Bremen. Die 38 Jahre alte Tina Büchner da Costa hat einen Traum. Einen Traum, den zu verwirklichen zunächst einmal eher unwahrscheinlich erscheint: "Den Raketentreibstoff, den ich in mir trage, richtig entzünden." Das meint die Wahlbremerin ganz wörtlich - Tina Büchner da Costa träumt davon, ins All zu fliegen.

Als kleines Mädchen habe sie die Faszination für die Raumfahrt entdeckt, Jahre der Ausbildung, internationale Arbeitserfahrung und Treffen mit Astronauten hielten die Leidenschaft wach. Nun zählt sie zu den letzten 86 Frauen, die am Wettbewerb "Die Astronautin" um einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS konkurrieren. Begründerin der Initiative ist Claudia Kessler.

"Der Traum allein reicht nicht", betonte Kessler unlängst. Die Luft- und Raumfahrttechnikerin ist Personalvermittlerin in der hoch spezialisierten Weltraum-Branche. Noch viel lieber wäre die Bremerin selbst ins All geflogen. "Aber ich war immer zur falschen Zeit im falschen Alter", bedauert sie. Bei der Mondlandung 1969 war sie vier. Mit ihrer Initiative "Die Astronautin" will Kessler nun einer anderen Frau die Chance geben.

Büchner da Costa ist Abteilungsleiterin bei dem Raumfahrtunternehmen Airbus Safran Launchers in Bremen – also schon recht dicht dran: "Ich bin auf meinem Weg, der in Franken in meinem Heimatdorf begann, und mich immer weiter Richtung Weltraum führt. Noch bin ich nicht angekommen." Ganz emotional wirkt die sonst eher rationale Frau, wenn sie von der Chance spricht, Astronautin zu werden.

Gemeinsam mit 400 anderen Frauen hat sie sich darauf beworben, als erste deutsche Frau ins All zu fliegen. Das war am letzten Tag der Bewerbungsfrist – so viele Bewerbungen trafen an dem Tag ein, dass der Server zusammenbrach. "Ich glaube, dass ist schon etwas typisch Weibliches", sagt Büchner da Costa lächelnd und mit leicht fränkischem Akzent: "Zögern bis zum letzten Moment." Doch entschlossen wirkt die zweifache Mutter und Raumfahrtingenieurin, die momentan ein Zweitstudium in Wirtschaftspsychologie absolviert. "Die Raumfahrt war immer mein Ding und ich bin meinen Weg gegangen."

Zuerst sei ihr aber nicht klar gewesen, dass sie sich auf den zehntägigen ISS-Aufenthalt bewirbt – zumal sie nach einer gescheiterten Bewerbung bei der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA den Astronauten-Traum bereits aufgegeben habe. Als Kessler mit ihr über das Projekt gesprochen habe, habe sie überlegt, wie sie das Vorhaben unterstützen könnte: "Doch dann dachte ich: Tina, du willst da doch nicht mithelfen, du willst da mitmachen."

Kognitive Leistung, körperliche Fitness, mentale Stärke – Astronauten müssen überdurchschnittlich belastungsfähig sein. Mit Hilfe verschiedener Tests soll die beste Kandidatin bis Mitte 2017 ausgewählt sein. Nach Tests mit Wissensfragen werden in der kommende Woche die 30 Teilnehmer verkündet, die eine Runde weiter sind.

"Die Konkurrenz ist sehr stark", sagt Büchner da Costa nachdenklich. Je näher sie die anderen Bewerberinnen kennenlerne, desto eher ziehe sie vor jeder einzelnen den Hut. Einige seien auch Mütter wie sie selbst. Die Verwurzelung auf der Erde wegen ihrer Familie sieht die Mutter einer sechsjährigen Tochter und eines dreijährigen Sohnes als Vorteil: "So hat man immer einen Grund zurückzukommen."

Ob sie auch ein wenig Angst vor dem Flug ins All habe? "Ich male mir keine Horrorgeschichten aus", sagt sie kopfschüttelnd. Filme wie "Armageddon" habe sie gar nicht erst angesehen. Ihr großer Respekt vor dem Projekt werde ohnehin überschattet von ihrem Traum, "die Zerbrechlichkeit und Schönheit der Erde von oben zu sehen".

Von Antonia Schaefer, dpa

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