Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden War Großbrand in Bremen ein Mordversuch?
Nachrichten Der Norden War Großbrand in Bremen ein Mordversuch?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:20 07.05.2015
Großbrand in Bremen: Die Feuerwehr war mit mehr als 160 Einsatzkräften und rund 45 Fahrzeugen im Einsatz. Quelle: dpa
Anzeige
Bremen

Ein Großbrand mit Millionenschaden in Bremen könnte nach ersten Ermittlungen die Folge eines Raubüberfalls auf den Geschäftsführer eines Textilkaufhauses und ein Mordversuch sein. Bei dem Feuer in der Innenstadt wurden am Mittwochabend mehrere Geschäftshäuser zerstört oder schwer beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Der Manager des Geschäfts sagte Polizei und Staatsanwaltschaft, dass er überfallen, ausgeraubt und vom Täter in einem Raum eingeschlossen worden sei. Anschließend sei das Feuer gelegt worden. Er habe sich nach eigenen Angaben befreien können und noch die Aufzeichnung der Videoüberwachung aus den Verkaufsräumen mitgenommen, sagte Oberstaatsanwalt Frank Schmitt am Donnerstag. Zuvor hatte die Zeitung „Weser-Report“ über den Überfall berichtet. Die Videoaufzeichnungen sollen von Experten ausgewertet werden. Die Brandspuren deuten nach Schmitts Angaben eher auf Brandstiftung als auf einen technischen Defekt hin. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Das Feuer war am späten Mittwochabend im oberen Bereich eines viergeschossigen Gebäudes ausgebrochen. Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem dritten Obergeschoss und dem Dach. Innerhalb weniger Minuten habe das Feuer auf die anderen Stockwerke und zwei angrenzende Gebäude auf einer Breite von 50 Metern übergegriffen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Eine riesige Rauchwolke zog über die Stadt.

Zur Galerie
Großeinsatz für die Feuerwehr in Bremen: Bei einem Großfeuer in drei Geschäftshäusern in der Bremer Innenstadt sind mehr als 160 Einsatzkräfte vor Ort.

Die Feuerwehr war mit mehr als 160 Einsatzkräften und rund 45 Fahrzeugen im Einsatz. Neben der Berufsfeuerwehr eilten mehrere Freiwillige Feuerwehren zu Hilfe. Experten löschten die Flammen von Drehleitern und einem Gelenkmast aus und setzen auch Wasserwerfer ein. Es dauerte mehrere Stunden, bis der Brand unter Kontrolle war. Angrenzende Straßen wurden für den Verkehr gesperrt, zeitweise war auch der Straßenbahnverkehr beeinträchtigt.

Am Morgen nach dem Feuer löschten Brandexperten von einem Kran ähnlichen Gelenkmast aus durch das Dach noch letzte Glutnester. Die Straße lag voller Schutt. Passanten und Anwohner standen an den Absperrungen vor dem Gebäude, in dem ein traditionsreiches Textilgeschäft seit Generationen viele Bremer eingekleidet hatte. In der zum Teil rußgeschwärzten Sandsteinfassade ließen leere Fensterhöhlen jetzt einen freien Blick auf das verwüstete Innere zu. Von den Resten des Daches tropfte Löschwasser.

Brandermittler begannen mit ihrer Arbeit. Polizei und Staatsanwaltschaft zogen einen Gutachter hinzu, um Einsturzgefahr auszuschließen. Teile des Daches waren bei dem Feuer eingebrochen.

Von Sönke Möhl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In einem der letzten großen Auschwitz-Prozesse wird einem früheren SS-Mann Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen vorgeworfen. Es dauerte mehr als 70 Jahre, bis der heute 93-Jährige vor Gericht kam - nun ist ungewiss, ob der Prozess zu Ende geführt werden kann. 

07.05.2015

Ein kleiner Hund hat eine Familie in Gartow (Kreis Lüchow-Dannenberg) vor dem möglichen Flammentod gerettet. Das Fachwerkhaus der Familie stand in der Nacht zum Donnerstag bereits lichterloh in Flammen, als der Vater nach Angaben der Polizei vom Bellen eines der beiden Familienhunde aufgeweckt wurde.

07.05.2015

Der 41 Jahre alte Fahrer eines gemieteten VW Golf Variant muss heute Vormittag einen gehörigen Schrecken bekommen haben. In seinem Auto tauchte plötzlich eine 1,30 Meter lange Boa Constrictor auf. Der Mann stand auf der Autobahn 2 im Stau, als er das Tier erblickte.

07.05.2015
Anzeige