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Der Norden Warum explodierte das Erdgas-Auto?
Nachrichten Der Norden Warum explodierte das Erdgas-Auto?
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00:16 17.09.2016
Beschlagnahmt: Gutachter untersuchen das Auto und die Zapfsäule. Quelle: Arne Bänsch
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Duderstadt

In Duderstadt (Kreis Göttingen) war ein Autofahrer durch umherfliegende Trümmerteile schwer verletzt worden, als es am Freitag beim Betanken eines VW Touran an einer Erdgaszapfsäule zu einer Explosion kam. „Das Auto und die Zapfsäule wurden beschlagnahmt“, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue am Mittwoch.. Gutachter seien beauftragt, die Ursache der Explosion zu ermitteln und zu klären, wer dafür verantwortlich ist.

Nach Marktführer Aral haben weitere Tankstellenkonzerne ihren Stationen und Pächtern empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen. Shell, Exxonmobil (Esso), Jet und Total erklärten in ähnlichen Stellungnahmen, sie räumten der Sicherheit Vorrang ein und rieten deshalb von der Betankung mit Erdgas ab. Ein Total-Sprecher sagte, die Erdgassäulen seien gesperrt worden. Allerdings bleibe eine Betankung nach Rücksprache mit dem Tankstellenpersonal möglich – und zwar für alle Modelle, die nicht von dem Rückruf von Erdgasautos bei VW betroffen seien. Dabei geht es um den vorsorglichen Tausch von Gasflaschen. Betroffen sind mehr als 35 000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran aus den Jahrgängen 2006 bis 2010.

Ein VW-Sprecher sagte am Mittwoch, der Touran aus Duderstadt sei Teil eines aktuellen Rückrufes, die Nachbesserung des Wagens habe aber noch nicht stattgefunden. Er konnte keine Angaben dazu machen, ob der Hintergrund des Rückrufes bei dem Vorfall in Duderstadt eine Rolle spielte oder ob ein anderer Auslöser infrage komme. Bisher habe nur die Staatsanwaltschaft Zugriff auf das Auto, die VW-Experten nicht.

Für die Fahrer von Erdgasautos in Niedersachsen ist die mangelnde Versorgung schon zum Problem geworden. Ein Betroffener aus Wolfenbüttel berichtete gestern, dass er entlang der A 2 zwischen Braunschweig und Hannover keine Möglichkeit zum Nachfüllen fand. Erst nach Umwegen erreichte er eine Tankstelle in Lehrte, an der es den Treibstoff noch gab. Das dürfte in den nächsten Tagen noch schwieriger werden. „Ich habe große Bedenken, dass mein Auto schlagartig wertlos wird“, sagte der Autofahrer. Zwar gebe es für den Notfallbetrieb einen Benzintank, der reiche aber nur für rund 80 Kilometer.

Die Deutsche Energie-Agentur kritisierte das Vorgehen der Tankstellenunternehmen als überzogen. Generell gebe es kein Sicherheitsproblem mit Erdgasautos.

In Deutschland stehen rund 900 Zapfsäulen für Erdgas, die zumeist nicht den Konzernen gehören, sondern von regionalen Gasversorgern betrieben werden. Zugelassen sind bundesweit knapp 100 000 Autos, die mit Erdgas fahren.

Von Eckart Gienke
 und Gerko Naumann

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