Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Waschbären breiten sich aus
Nachrichten Der Norden Waschbären breiten sich aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:25 11.12.2015
Die kleinen Pelztierchen breiten sich aus: In Niedersachsen gibt es mehr Waschbären. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Der Waschbär erobert Niedersachsen: Die Tiere breiten sich landesweit immer stärker auch nach Norden und Westen aus. Das lässt sich aus der neuen Rekordzahl der erlegten Waschbären schließen. Landesweit wurden im abgelaufenen Jagdjahr 2014/2015 fast 9900 Tiere zur Strecke gebracht, gut 1400 mehr als im Vorjahr und fast 500 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012/2013, wie aus dem aktuellen Landesjagdbericht des Agrarministeriums hervorgeht. 

Die Abschusszahlen lassen nach Angaben der Landesjägerschaft Rückschlüsse auf die Anzahl aller Tiere zu. Die Experten gehen davon aus, dass auf jedes erlegte Tier eine Vielzahl lebender Waschbären kommt. 

Bedrohung für Singvögel

Vor zehn Jahren waren erst 2400 Waschbären in Niedersachsen geschossen worden. Inzwischen gibt es das Tier auch in weiten Bereichen im Westen und Norden des Landes, lediglich in den Kreisen Aurich, Friesland, Oldenburg und in der Wesermarsch wurden noch keine Waschbären erlegt.  Am weitesten verbreitet sind die Tiere, die bis zu 65 Zentimeter groß und bis zu zwölf Kilogramm schwer werden, ganz im Süden Niedersachsens. Die mit Abstand meisten Bären wurden im Landkreis Göttingen (2090) erlegt, gefolgt von Lüchow-Dannenberg (1742) und Northeim (1316). 

Der Spitzenplatz des Landkreises Göttingen lässt sich mit der geografischen Nähe zum nordhessischen Edersee erklären. Dort wurden im Jahr 1934 zwei Paare der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere ausgewildert. Seither breiten sich die Waschbären von dort kommend immer weiter aus, 1952 wurden sie erstmals in Hardegsen im Landkreis Northeim nachgewiesen. 

Bedrohlich ist der Waschbär für Niederwild und Singvögel, schreibt Wildtierforscher Egbert Strauß im Landesjagdbericht.

Der Allesfresser plündere aber auch die Nester von Greifvögeln oder Schwarzstörchen und mache sich über Fische, Unken und Kröten her. Dabei hätten sich die Tiere eine neue Nahrungsquelle erschlossen, berichtet der Forscher: Die Bären wandern an Krötenzäunen entlang und leeren dort die Fangeimer.  Auch für Menschen werden Waschbären zunehmend zum Ärgernis, meint der Experte: Etwa wenn sie Obstbäume plündern oder in Hausdächern ihr Unwesen treiben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor dem Landgericht Göttingen muss sich seit Donnerstag ein 35 Jahre alter Maurer wegen Vergewaltigung einer alkoholkranken Stadtstreicherin verantworten. Vor laufender Überwachungskamera soll er sich im Vorraum einer Bank an der schwer alkoholisierten Frau vergangen haben.

13.12.2015
Der Norden Zur Reparatur in Heimathafen eingelaufen - Fregatte kollidiert mit Containerschiff

Bei einer Havarie im Nord-Ostsee-Kanal ist die Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" am Mittwoch beschädigt worden. Das Schiff war auf der Rückfahrt von Rostock-Warnemünde nach Wilhelmshaven. Jetzt sollen die Schäden im Heimathafen Wilhelmshaven begutachtet werden.

10.12.2015

Von der Gemeinschaft der Food Assembly in Frankreich hat Hermann Osmers vor einem Jahr zum ersten Mal gehört – und war gleich begeistert. Die dort höchst erfolgreiche Form des Direktverkaufs, bei der Onlinekunden ihren Lieferanten persönlich begegnen, will der Marktmeister aus Thedinghausen nun auch in Niedersachsen einführen.

Gabriele Schulte 13.12.2015
Anzeige