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Der Norden Darum sieht dieses Haus durchgeschnitten aus
Nachrichten Der Norden Darum sieht dieses Haus durchgeschnitten aus
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00:17 27.11.2016
Ungewöhnliche Sanierung: Das Wasserwerk am Pommernplatz in Hannoversch Münden ist zerteilt. Quelle: Versorgungsbetriebe Hann. Münden
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Hannoversch Münden

Schon aus großer Entfernung fällt dem laienhaften Auge auf: Mit diesem Haus stimmt etwas nicht. Das Gebäude am Pommernplatz in Hann. Münden lässt etwas elementares vermissen, das es seit seiner Fertigstellung 1951 immer besessen hatte: seine Mitte. Zurückgeblieben sind zwei einsame Gebäudehälften, denen ganz offensichtlich die Bindung fehlt. Getrennt werden sie von einem stählernen Turm, der das Loch zwischen ihnen nur notdürftig füllen kann.

Was ist dort passiert? Bei dem Gebäude handelt es sich um das Wasserwerk Kattenbühl, durch das die Versorgungsbetriebe in Hann. Münden Trinkwasser gewinnen. Das Wasser kommt aus einem Brunnen, der genau in der Mitte des Gebäudes liegt. Inzwischen seien die Rohre am Brunnen so stark gerostet, dass sie ausgetauscht werden müssten, erklärt Fachplaner Stefan Steinmetz von der Kasseler Geonik GmbH, der die Arbeiten an Gebäude und Brunnen betreut. Auch Filter, die das Wasser ph-neutral aufbereiten, müssten ersetzt werden. Dafür wurde das Haus in der Mitte geöffnet und ein Bohrturm eingesetzt.

Keine Alternative

In der Stadt sorgen die Bauarbeiten für Aufsehen. "Das ist ein Gesprächsthema", sagt Steinmetz. "Es wird aber positiv aufgenommen, weil es einfach sehr spekatulär ist." Passanten, die an dem geteilten Haus vorbei kämen, seien sehr interessiert und ließen sich das ungewöhnliche Projekt gerne erläutern, berichtet der Geologe. Viele seien dann sehr erstaunt, weil sie wenig Ahnung von den technischen Feinheiten und dem Umfang der Wasseraufbereitung hätten.

Die aufwendige Lösung sei alternativlos gewesen, sagt Jens Steinhoff, technischer Leiter der Versorgungsbetriebe Hann. Münden. An eine andere Stelle habe man den Brunnen nicht umsetzen können, da dieser mit einem unbefristeten Nutzungsrecht versehen sei. "Sobald wir den um einen halben Meter verlegen, verlieren wir dieses Recht", erklärt Steinhoff. Das Gebäude abzureißen und neben dem Brunnen neu zu errichten, war ebenfalls keine Option. Auch wären die Kosten der Bauarbeiten, die nun im hohen sechsstelligen Bereich lägen, daduruch nicht geschmälert worden, sagt Steinhoff. Zudem sei in dem Gebäude eine Pumpanlage untergebracht, die weiter in Betrieb sein müsse. "Normalerweise baut man sowas nicht", sagt er. Ein Haus über einen Brunnen zu errichten, der irgendwann wieder zugänglich sein müsse, sei eine Fehlkonstruktion.

Haus muss wohl erneut geöffnet werden

Die umfangreichen Arbeiten werden sich noch weit bis ins kommende Jahr fortsetzen. "Mit dem Bohren haben wir im Oktober begonnen", sagt Steinhoff - im April wolle man mit den Arbeiten am Brunnen fertig sein. Bis dahin soll das alte Rohr Stück für Stück aus dem Boden gezogen, durch ein neues ersetzt und mit einer Schutzschicht aus Kies oder Glasperlen umgeben werden. Auch die Elektronik werde dabei auf den neuesten Stand gebracht. Mitte 2017 soll das Haus wieder verschlossen sein. Dabei werde berücksichtigt, es womöglich in einigen Jahren erneut für Wartungsarbeiten am Brunnen öffnen zu müssen. "Wir versuchen, uns diesen Weg offen zu halten", sagt Steinhoff.

Auch für ihn ist das Projekt etwas besonderes. "Ich bin jetzt etwa 13 Jahre im Beruf und so etwas hatte ich in dieser Form auch noch nicht", sagt er. "Das ist schon ein bisschen spektakulär."

Fotostrecke Der Norden: Darum sieht dieses Haus durchgeschnitten aus

Von Nils Oehlschläger

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