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Über die Panzerstraße nach Hamburg?

Autobahnbaustelle Über die Panzerstraße nach Hamburg?

Der Ausbau der A7 lässt Fahrten von Hannover nach Hamburg zur Geduldsprobe werden. Lange Staus sind an der Tagesordnung, auch die Ausweichstrecken sind überlastet. Die Kommunen entlang der A7 dringen deshalb auf eine Öffnung einer Panzerstraße als Umleitung bei Staus.

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Stau auf der Autobahn - auch rund um das Autobahndreieck Walsrode gehören Blechlawinen zurzeit zum Alltag. Foto: dpa

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Fahrten auf der Autobahn 7 zwischen Hannover und Hamburg sind derzeit eine Geduldsprobe - und werden es voraussichtlich noch zehn Jahre lang sein. So lange soll es dauern, bis der letzte noch vierspurige Abschnitt, rund 30 Kilometer vom Dreieck Walsrode bis Soltau, auf sechs Spuren ausgebaut ist. Zurzeit staut sich der Verkehr in dem Bereich nahezu täglich. Kommunalpolitiker in den Städten und Dörfern an der ebenfalls dauernd verstopften Umleitungsstrecke schlagen parteiübergreifend Alarm. Sie fordern die Bundeswehr auf, eine Panzerstraße als zusätzliche Stauumfahrung zu öffnen.

Anders als üblich gibt es in der Region nämlich bisher für beide Richtungen nur eine einzige gemeinsame Umleitung entlang der Landesstraße 190. „Man braucht wenig Fantasie, um sich vorzustellen, dass eine zweispurige Ausweichstrecke, die durch etliche Ortschaften führt, unter dieser Belastung kollabieren muss“, heißt es in einer Resolution von Kommunen der Samtgemeinde Schwarmstedt. Ständig suchten sich Staugeplagte auch Wege durch Wohngebiete und Felder, berichtet Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs. „Schwarmstedter brauchen für die fünf Kilometer zur Autobahn oft eine halbe Stunde.“ Ebenso wie die nördlichen Nachbarn im Raum Hodenhagen, Walsrode und Bad Fallingbostel sowie der Kreistag des Heidekreises dringen die Gemeinden Essel, Buchholz und Lindwedel darauf, die gut ausgebaute sogenannte Platzrandstraße auf der anderen Seite der Autobahn zur Zusatzumleitung zu machen.

„Wir müssen Wege finden, die enorme Verkehrsbelastung in den Ortschaften während der Bauphase zu minimieren“, sagt der Bundestagsabgeordnete in Berlin, Lars Klingbeil - auch wenn die Region zum sechsspurigen Ausbau der A 7 stehe. Der SPD-Politiker setzt sich seit Längerem dafür ein, Entlastung durch die sogenannte Platzrandstraße um den Truppenübungsplatz Bergen zu schaffen; im Landtag engagiert sich auch die CDU-Abgeordnete Gudrun Pieper in diesem Sinne. Die gut ausgebaute Panzerstraße verläuft östlich der Autobahn annähernd parallel und wäre im Staufall auch für die Kolonnen von Lastwagen geeignet. 1996 hatte sich die Bundeswehr auf einem Teilstück für den extremen Fall langer Vollsperrungen zur Öffnung bereit erklärt. Der Militärbetrieb auf dem Nato-Platz Bergen stehe einer weitergehenden Sonderregelung für die Zeit des Ausbaus aber entgegen.

Die Terminwünsche orientieren sich am Staukalender des ADAC

Der politische Druck indes wächst. In kurzer Zeit sammelten einige SPD-Ortsvereine 2000 Unterschriften für die Öffnung der Platzrandstraße. Verkehrsminister Olaf Lies hat ebenfalls „großes Interesse“ an einer Sonderregelung für die Bauzeit bekundet. Nach diversen Gesprächsrunden kann sich das Berliner Verteidigungsministerium mittlerweile vorstellen, die Panzerstraße an übungsfreien Tagen mit rechtzeitiger Ansage freizugeben, wie Platzkommandeur Jörg Wiederholt bei einer Streckenbesichtigung andeutete. „Ganz kurzfristig lässt sich das auch von unserer Seite nicht machen“, sagt Gisela Schütt von der Straßenverkehrsbehörde in Verden. Vor jeder Umleitung müssten Mitarbeiter die Platzrandstraße auf Sauberkeit kontrollieren und die Umleitungsschilder dort auf- und später wieder zuklappen.

Der Heidekreis macht nun einen neuen Versuch. Man wolle der Bundeswehr in den nächsten Tagen Terminwünsche für 2017 schicken, die sich am ADAC-Staukalender orientieren, sagte der Erste Kreisrat Oliver Schulze der HAZ: „Es geht um Ostern, Himmelfahrt und zehn weitere sehr verkehrsreiche Wochenenden.“ Auf der A 7 wird im Übrigen zurzeit auch andernorts gebaut - unter anderem bei Schneverdingen, nahe dem Elbtunnel und monatelang an der Autobahnbrücke bei der Raststätte Allertal. ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Müller in Laatzen weist darauf hin, dass sich für Autofahrer eine Umleitung oft nicht lohnt: „Bei bis zu zehn Kilometer Stau sollte man auf der Autobahn bleiben.“

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