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Weniger Unfalltote, aber mehr Unfallflüchtige

Statistik für Niedersachsen Weniger Unfalltote, aber mehr Unfallflüchtige

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Niedersachsen ist gestiegen, die Zahl der Verkehrstoten gesunken. Vor allem junge Leute und Rentner kommen auf den Straßen des Landes ums Leben. Und: Immer mehr Autofahrer flüchten nach einem Unfall.

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Mahnende Kreuze an niedersächsischen Straßenrändern: Landstraßen sind die gefährlichsten Routen.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Hannover. Auf Niedersachsens Straßen kracht es immer öfter, gleichzeitig ist die Zahl der Unfalltoten auf ein historisch niedriges Maß gesunken. So gab es 216 480 Verkehrsunfälle im Jahr 2016 (2,4 Prozent mehr als im Vorjahr), aber nur 413 Verkehrstote - 44 weniger als im Jahr zuvor. „Das Risiko, auf Niedersachsens Straßen zu Tode zu kommen, war noch nie so gering wie heute“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung der Unfallstatistik für das Jahr 2016.

Ablenkung wird unterschätzt

Der Minister führt den Rückgang der tödlichen Unfälle auf eine verbesserte technische Ausstattung der Autos zurück. Hauptursache für Unfälle mit tödlichem Ausgang seien nach wie vor Geschwindigkeitsüberschreitungen, aber auch Fahrer, die sich durch Smartphones ablenken ließen. „Schon bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern entspricht eine Ablenkung des Fahrers von drei Sekunden, wenn er etwa eine SMS tippt, einem Blindflug von 45 Metern.“ Dies müssten sich Fahrerinnen und Fahrer klar machen.

Entgegen landläufigen Vorurteilen bleiben Landstraßen die gefährlichsten Routen. Hier ereigneten sich im vergangenen Jahr rund zwei Drittel aller tödlichen Unfälle (insgesamt 266), während Autobahnen vergleichsweise sicher seien, obwohl es hier in Niedersachsen zu einem Anstieg der Unfälle kam (plus 2,8 Prozent). Der Anteil von Autobahnunfällen an allen Unfällen betrage allerdings nur 7 Prozent, berichtete das Innenministerium.

Zu einer großen Risikogruppe unter den Autofahrern sind - außer „jungen Erwachsenen“ (18 bis 24 Jahre) und Kindern - die Senioren geworden. Gut ein Drittel aller Unfalltoten (insgesamt 147) war älter als 65 Jahre, 100 Unfalltote waren älter als 75. In vielen Fällen verunglückten die Fahrer selbst tödlich - von 58 getöteten älteren Fahrern hätten 47 den Unfall selbst verursacht, erläuterte die Polizei. Auch bei Menschen, die als Fußgänger oder Fahrradfahrer verunglückten, stellten Senioren den höchsten Anteil. Dennoch hält Minister Pistorius nichts von Fahrverboten ab bestimmten Altersstufen, sondern empfiehlt die Teilnahme an regelmäßigen Fahrtrainings - „und zwar nicht erst, wenn man 80 ist“. Die Mobilität sei auch im Alter eine wichtige Sache.

Sorge bereitet der Polizei und dem Minister der kontinuierliche Anstieg der Verkehrsunfallfluchten. Seit 2007 geht hier die Kurve beständig nach oben. Hatten vor zehn Jahren Fahrer noch in 39 818 Fällen unerlaubt den Unfallort verlassen, so geschah dies 2016 bereits 48 341-mal. In 2643 Fällen flohen die Fahrer sogar, obwohl ihr Unfall Verletzte gefordert hatte. Die meisten Fälle von Unfallflucht geschahen indes ohne Personenschaden und in geschlossenen Ortschaften. Pistorius führt den Anstieg auf ein sinkendes Unrechtsbewusstsein wie auch auf breitere und empfindlichere Autos zurück. „Das ist mittlerweile kein Kavaliers-, sondern ein Massendelikt geworden“, klagte Pistorius. Er warnte, dass die Hälfte aller Unfallfluchten aufgeklärt werde.

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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