Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Wer fährt die Gülle durchs Land?
Nachrichten Der Norden Wer fährt die Gülle durchs Land?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 20.03.2015
Von Kristian Teetz
Quelle: Philipp Schulze
Anzeige
Hannover

„Niedersachsen hat in einigen Teilen zu viele Tiere und Biogasanlagen auf zu wenig Fläche“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Das betreffe vor allem die Landkreise Cloppenburg und Vechta. Das, was die Tiere hinterlassen, kann nicht allein auf den Flächen der Weser-Ems-Region verteilt werden. In fünf Kreisen der Weser-Ems-Region seien die Überschüsse derart hoch, dass 65.000 Hektar Ausbringungsflächen fehlen. „Das ist 20-mal so groß wie das Steinhuder Meer“, sagte Meyer.

Zudem fehle es an einer systematischen Verteilung der Düngemittel im Land. „Zu wenige Nährstoffe werden in andere Landesteile gebracht“, sagte Meyer weiter. Das führe unweigerlich zu einer Überdüngung. „Das müssen wir in den Griff bekommen.“ Eigentlich sei die Lösung ganz einfach: Aus den Überschussregionen mit vielen Tieren müssten einfach die Nährstoffe in die Ackerbauregionen des Landes gebracht werden. Dann gäbe es keinen Überfluss an Gülle mehr und die Landwirte in den tier- und damit güllearmen Gebieten wie der Region Hannover oder Wolfenbüttel könnten sich das Geld für Mineraldünger sparen. Weil aber überflüssige Gülle zuweilen nicht exportiert, sondern heimlich auf den heimischen Boden gekippt wird, leide das Grundwasser genauso wie die Böden unter einem Übermaß an Nitrat und Stickstoff.

Minister Meyer machte deutlich, dass „Appelle nicht mehr fruchten und die Datentransparenz zur Überwachung sowie das Ordnungsrecht verschärft“ werden müssten. Er kündigte für die nahe Zukunft einen neuen Runderlass an. Dieser solle „die Grundlage für eine bessere Überwachung von Neu- und Bestandsanlagen sein“, sagte Meyer. So wolle man die schwarzen Schafe der Branche erwischen. Wie Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) mitteilte, gebe es aber noch Gesprächsbedarf, was den Datenschutz angehe.

Bislang fehlten noch ausreichende Lagermöglichkeiten bei den Ackerbauern, um den Dünger flexibel abnehmen zu können, betonte der Präsident des niedersächsischen Landvolks, Werner Hilse. „Hier könnte das Land bei der einzelbetrieblichen Investitionsförderung einen Ausgleich herstellen.“ Der Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen (BUND) hatte bereits am Montag vor einem ausufernden „Gülle-Tourismus“ gewarnt. Der BUND-Landwirtschaftsreferent Tilman Uhlenhaut hatte gefordert, die Nährstoffüberschüsse dort zu reduzieren, wo sie entstehen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weil ein halbnackter Mann das Gebäude am Berliner Bahnhof Friedrichsstraße erklommen hatte, mussten die Fahrgäste zweier ICE in Hannover, Hildesheim und Göttingen stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen. Die Feuerwehr holte den offenbar verwirrten Mann von seinem gefährlichen Posten.

17.03.2015

Die Polizei hat einen 21-Jährigen festgenommen, der für eine Brandserie im Landkreis Hildesheim verantwortlich soll. Der junge Mann steht im Verdacht, mindestens zwei Brände in Sarstedt gelegt zu haben. Ob er für weitere Taten verantwortlich ist, wird derzeit geprüft.

17.03.2015

Trotz Sicherheitsvorkehrungen ist eine 46 Jahre alte Frau beim Krötensammeln im Kreis Wolfenbüttel überfahren und getötet worden. Der Unfall ereignete sich schon am Wochenende, die Ursache für das Unglück teilte die Polizei erst am Dienstag mit.

17.03.2015
Anzeige