Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Wer zahlt den Polizeieinsatz beim Derby?
Nachrichten Der Norden Wer zahlt den Polizeieinsatz beim Derby?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 10.11.2016
Einsatz im Braunschweiger Stadion und vor dem Hauptbahnhof: Rund 2000 Polizisten waren am Sonntag für die Sicherheit zuständig. Quelle: Peter Steffen
Anzeige
Hannover

Keine Verletzten, keine größeren Zwischenfälle - das Konzept der Polizei beim Risikospiel zwischen Hannover 96 und der Eintracht in Braunschweig am Sonntag ist aufgegangen. Doch der Einsatz von rund 2000 Polizisten ist teuer, und es gibt immer wieder Forderungen auch in Niedersachsen, dass man die Vereine oder die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für diese Rechnung mit zur Kasse bitten sollte.

„Es ist gut, dass die Polizei solche Risikospiele schützt, es kann aber nicht sein, dass der Steuerzahler immer dafür aufkommen muss“, sagte der Northeimer CDU-Bundestagsabgeordnete Roy Kühne bereits am Wochenende. Unterstützung findet er bei Angelika Jahns, innenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion: Die von Fußballchaoten verursachten Kosten für den Steuerzahler seien gewaltig. „Vor diesem Hintergrund sollte über eine gerechtere Verteilung von Einsatzkosten nachgedacht werden.“ Wie genau das aussehen könnte, dafür sollte man „die Entwicklung in Bremen abwarten“, sagt Jahns.

Zur Galerie
Die Rowdys, die sich Freitagnacht in Hildesheim mit Braunschweigern prügeln wollten und festgenommen wurden, werden an der Polizeistelle am Waterloo entlassen und von Freunden empfangen.

Die Entwicklung in Bremen ist im Wesentlichen ein Gerichtsverfahren, denn der Stadtstaat hat sich vor eineinhalb Jahren entschlossen, hohe Einsatzkosten für Fußballspiele der DFL in Rechnung zu stellen. Nach einem Spiel zwischen dem Hamburger Sportverein und Werder Bremen im Weserstadion, bei dem rund 1000 Polizisten für Ruhe und Ordnung sorgen mussten, hatte Bremen eine Rechnung über 425.718,11 Euro an die DFL geschickt. Als diese nicht bezahlt wurde, folgte eine Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Weitere Rechnungen und Gebührenankündigungen folgten, allerdings nicht für jedes Spiel, betont Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin des Bremer Innensenators. Nur bei Risikospielen, bei denen besonders viele Polizisten im Einsatz seien, gehe ein weiterer Brief nach Frankfurt. Von den Gebühren würden die Kosten eines normalen Einsatzes in Höhe von 70 000 Euro abgezogen, sagt Gerdts-Schiffler. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht.

Mehr als 140 Millionen Euro im Jahr

Wie teuer ist die Betreuung eines Risikospiels der ersten oder zweiten Bundesliga? Eine feste Summe gibt es dafür nicht, entscheidend ist, wie viele Polizisten wie lange dafür arbeiten mussten. Denn die Kosten entstehen in der Regel vor allem durch Überstunden. So waren beim Zusammentreffen von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig im November 2013 rund 2000 Beamte im Einsatz. Kostenpunkt damals: rund eine halbe Million Euro. Beim Derby 2014 in Braunschweig waren es sogar zwei Millionen Euro. Auch am vergangenen Sonntag mussten 20 Hundertschaften für Sicherheit und Ordnung sorgen, die Kosten stehen aber noch nicht fest. Bundesweit veranschlagte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Kosten für die Begleitung von Fußballspielen bereits 2014 auf 150 Millionen Euro pro Jahr. Seither dürfte diese Zahl nicht kleiner geworden sein.

Niedersachsens Landesregierung ist skeptisch. „Es erscheint doch sehr zweifelhaft, wie man einen Veranstalter finanziell dafür haftbar machen will, wenn auf dem Weg zu seiner Veranstaltung gewisse Leute Straftaten begehen“, sagt Philipp Wedelich, Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Auch Dietmar Schilff, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hält den Versuch, die Vereine zur Kasse zu bitten, für zu kurz gedacht. „Man muss sich dann fragen, wo das aufhört.“ Kleine Vereine könnten sich das nicht leisten.

Schilff kritisierte nach dem Derby den Braunschweiger Verein und die Eintracht-Spieler. Während des Spiels habe es Schmähplakate gegen Polizisten und Pyrotechnik im Fanblock gegeben. „Aber nach dem Spiel haben sich die Spieler vor dem Fanblock versammelt und mit denen abgefeiert, die dem Verein schaden“, sagte der Polizeigewerkschafter. Der Verein müsse die Chaoten auch in der Praxis stärker ausgrenzen. „Jeder Verein gibt sich ein Leitbild, aber die Frage ist, ob er sich auch daran hält.“

Immer mehr Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen werden Opfer von sogenanntem Cybermobbing. Das ergibt eine noch unveröffentlichte Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes (KFN) Niedersachsen. Lehrer- und Schülervertreter empfehlen, Jugendliche müssten lernen, welche Folgen der Umgang mit elektronischen Medien haben kann.

10.11.2016

Knapp 500 Temposünder sind auf der Autobahn 7 kurz hinter dem bekannten Dauerradar an der Werrabrücke bei Hann. Münden in eine mobile Geschwindigkeitskontrolle geraten. 29 Fahrer mussten ihren Führerschein abgeben. 

07.11.2016

Im Harz klopft der Winter schon mal an die Tür: In den Hochlagen des Mittelgebirges wird es laut Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes bis Mittwoch erstmals in diesem Winter ergiebig schneien.

07.11.2016
Anzeige