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Kälte setzt Bienen zu

Wetter Kälte setzt Bienen zu

Schnee, Frost und viel Regen – der April ist bekannt für unbeständiges Wetter. Doch nicht nur die Kälte macht den Bienen das Leben schwer. Generell wird das Nahrungsangebot für Wildbienen immer knapper.

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Quelle: Caroline Seidel/dpa

Hannover.  Die niedrigen Temperaturen machen den Bienen zu schaffen. Weil viele Blüten wegen der Kälte geschlossen bleiben oder durch Frost absterben, haben die Insekten Schwierigkeiten, Nahrung zu finden. Vor allem Wildbienen, die auf eine Pflanzenart spezialisiert sind, haben dann Probleme bei der Futtersuche.

"Es ist zu kalt für Bienen, aber das kommt immer mal wieder im April vor", sagt Jürgen Frühling vom Landesverband Hannoverscher Imker. Hobbyimker müssten dann notfalls zufüttern, was aber derzeit noch nicht nötig sei.

"So kalte Temperaturen über so lange Zeit, das ist nicht gewöhnlich", sagte Jürgen Frühling vom Imkerverband. Bei Regen und kalten Winden schaffen es viele Bienen vom Wasser holen nicht wieder rechtzeitig in den Stock zurück. "Das ist Stress für die Bienen, denn sie müssen ihr Brutnest wärmen und brauchen dafür mehr Energie."

Hart trifft es auch die Wildbienen. "Viele Wildbienen sind auf Weiden spezialisiert", sagte Luisa Stemmler, die den Verein Netzwerk Wildbienenschutz in Niedersachsen leitet. Weil es nur für einen kurzen Zeitraum warm wurde und jetzt wieder kalt ist, finden die Wildbienen keine Nahrung.

Generell werde das Nahrungsangebot für Wildbienen immer knapper, sagte Stemmler. Natürliche Wegränder würden oft gespritzt oder landwirtschaftlich genutzt, durch Straßen versiegelt oder zu häufig gemäht.

Wildbienen sind Frühling zufolge spezialisierte Einzelkämpfer. Je nach Art sind sie auf bestimmte Pflanzen angewiesen und daher nicht so flexibel wie Honigbienen, die anstelle eines Apfelbaumes auch einen Birnbaum anfliegen.

Im Landkreis Harburg haben Honigbienen zurzeit noch mit einem anderen Problem zu kämpfen. Die Amerikanische Faulbrut, eine für Menschen ungefährliche Bienenseuche, wurde in Winsen bei vier Bienenvölkern festgestellt. Ein Bakterium befällt dabei die Brut der Honigbiene, was zum Sterben des Volkes führt. Seit Mai des vergangenen Jahres gab es bereits ähnliche Fälle im Landkreis Harburg, die nach Angaben des Landkreises teilsweise erfolgreich bekämpft werden konnten.

Welche Auswirkungen der recht kalte und frostige April auf die Landwirtschaft haben wird, steht Experten zufolge noch nicht fest. "Es ist generell für alles, was draußen wächst, derzeit ein bisschen kalt", sagte Gabi von der Brelie, Sprecherin beim Bauernverband Landvolk Niedersachsen. Neben Obstbäumen seien auch Zuckerrüben vom Frost betroffen. Zu den kalten Temperaturen komme hinzu, dass es vielerorts auch recht trocken sei. Aber: Ob es weiterwächst, ob es Ernteeinbußen geben werde – alles das wisse man noch nicht.

Als kritisch gelten derzeit die Zuckerrüben und der Raps, die beide vom Frost betroffen sind, heißt es bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Zuckerrübe sei im Moment in einer entscheidenden Wachstumsphase, wo der Keimling durch den Boden durchstößt. Frost sei da ein Problem. Aber wenn in den nächsten Tagen das Wetter wieder wärmer werde, könne es sein, dass Pflanzen sich von der Kältephase erholen. In der nächsten Woche werde man sehen, ob die Pflanzen weiterwachsen, sagte eine Expertin. Auch Raps sei sehr widerstandsfähig.

Auch Frühkartoffeln und Erdbeeren reagieren empfindlich auf Frost. Aber die meisten Landwirte dürften die Pflanzen mit einem guten Vlies abgedeckt haben, hieß es bei der Landwirtschaftskammer. Erfahrene Landwirte wüssten, dass der April noch sehr wechselhaft sei.

dpa

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