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Der Norden Wie ein Onlineshop von "Hamsterkäufen" profitiert
Nachrichten Der Norden Wie ein Onlineshop von "Hamsterkäufen" profitiert
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20:21 28.09.2016
Alexander Stoffregen (li.) und Thorsten Rebbereh mit dem Bundeswehrpaket. Quelle: Ajamieh
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Hildesheim

Alexander Stoffregen und sein Partner Thorsten Rebbereh könnte es manchmal vorkommen, als stünde der Zusammenbruch der Zivilisation unmittelbar bevor. Seit die Bundesregierung in ihrem „Konzept für die zivile Verteidigung“ die Bevölkerung öffentlich aufgefordert hatte, „einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten“, kann sich ihr Onlineversandhandel in Hildesheim vor Bestellungen nicht mehr retten. Seit einigen Wochen überrennen sie die Hildesheimer Firma Feddeck Dauerwaren von Stoffregen und Rebbereh: Wo sich vorher 250 Kunden am Tag einen ihrer „Nachbauten“ des Einmannpakets (EPA) der Bundeswehr für 15,90 Euro nach Hause schicken ließen, waren es plötzlich an die 1000. Und statt eines Pakets bestellten sie im Schnitt nun 20 Stück der Überlebensnahrung – genug für zwei, drei Wochen Autarkie.

Stoffregen, der sein Geld hauptsächlich mit Metallrecycling verdient, und der Architekt Thorsten Rebbereh hatten den Betrieb erst zwei Jahre zuvor einem Mitarbeiter abgekauft, der ihn als eine Art Garagenvertrieb nebenbei geführt hatte. „Wir dachten schon, dass da Musik drin ist, dass man da mehr draus machen kann“, erinnert sich Rebbereh. „Aber so etwas ...“

Der vorherige Firmeninhaber hatte die EPA stets beim Versorgungsamt der Bundeswehr in Oldenburg aufgekauft. Doch diesen Verkauf stoppte die Bundeswehr schließlich. „Das EPA ist aber Kult und unser absolutes Zugpferd“, sagt Stoffregen. „Also bauen wir es nach.“ Die Hildesheimer lassen sich von den gleichen Herstellern beliefern, die auch das Original-EPA bestücken. Mit in Plastiktütchen eingeschweißten Trinkwasserrationen, zehn Jahre haltbaren Rouladen – und den im Bundeswehrjargon liebevoll „Panzerplatten“ genannten Hartkeksen.

Stoffregen und Rebbereh hatten es zunächst vor allem auf Unternehmen, Organisationen und Kommunen abgesehen. Und offenbar eine Marktlücke entdeckt: Im Atomkraftwerk Philippsburg liegen nun für den Notfall Einmannpakete aus Hildesheim bereit, ebenso im Inneren von Windrädern in der Nordsee, falls dort Monteure wegen eines Sturms nicht so schnell wieder wegkommen wie geplant. Auch das THW sicherte sich die haltbaren Esspakete – um bei Auslandseinsätzen wie dem Erdbeben in Nepal genug Lebensmittel parat zu haben.

Hinzu kamen Privatkunden – vor allem Extremwanderer und ein paar „Prepper“, Menschen, die sich grundsätzlich mit Vorräten eindecken, um eventuelle Katastrophen unbeschadet zu überstehen. Doch die Masse machten sie nicht aus. Bis Innenminister Thomas de Maizière die Empfehlung mit den Notvorräten aussprach. „Der wird Mitarbeiter des Monats“, verspricht Stoffregen.

Inzwischen hat sich die wöchentliche Bestellmenge wieder stabilisiert – allerdings auf höherem Niveau als zuvor. „Wir haben noch immer nicht alle Bestellungen aus dieser Phase abgearbeitet“, gesteht Stoffregen. Vor dem ganz großen Wurf haben Stoffregen und Rebbereh inzwischen keine Angst mehr. Noch vor einem Jahr sahen sie sich zähneknirschend gezwungen, eine Anfrage der Vereinten Nationen abzulehnen: „Die wollten 50  000 Soldaten in Somalia zwei Wochen lang versorgen“, sagt Stoffregen mit Staunen in der Stimme. „Das konnten wir aus logistischen Gründen nicht zusagen“, erinnert sich Rebbereh. „Heute würden wir das schaffen.“

Von Tarek Abu Ajamieh

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