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Der Norden Polizeichef wehrt sich gegen die Vorwürfe
Nachrichten Der Norden Polizeichef wehrt sich gegen die Vorwürfe
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00:15 12.08.2016
Der Wolfsburger Polizeichef Hans-Ulrich Podehl wurde nach Hannover versetzt. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

In der Wolfsburger Polizei-Affäre äußert sich erstmals die zentrale Figur - der nach Hannover abgeordnete Leiter der Polizei-Inspektion Wolfsburg-Helmstedt, Hans-Ulrich Podehl. In einer Pressemitteilung seines Anwalts erhebt er schwere Vorwürfe gegen Polizeipräsident Michael Pientka.

Zunächst betont der Braunschweiger Rechtsanwalt Siegfried Hahn in der Mitteilung, das Podehl vom Innenministerium „vorgeworfene Fehlverhalten“ sei „lediglich in zwei Sätzen ohne Aussagekraft beschrieben“. Und weiter: „Entgegen den in der Öffentlichkeit gestreuten Gerüchten ist in ihnen kein Vorwurf mit sexuellem Hintergrund enthalten.“ Sein Mandant sei „sich in seinem dienstlichen Verhalten keiner Schuld bewusst“.

Die Gerüchte hatten zuletzt eine Eigendynamik entwickelt, als bekannt wurde, dass die Wolfsburger Kripo-Chefin Imke Krysta sich auf eigenen Wunsch aus Wolfsburg hatte versetzen lassen. Ohne die konkreten Vorwürfe zu nennen, hatte der Braunschweiger Polizeipräsident Pientka Ende vergangener Woche eine Verbindung der Personalien Podehl und Krysta bestätigt. Er sprach von einem möglichen Fehlverhalten Podehls gegenüber Krysta. Bei der Kripo-Chefin habe er sich für seine späte Reaktion persönlich und schriftlich entschuldigt. Pikant: Wegen der Frage, wann der Polizeipräsident von welchem Sachverhalt Kenntnis hatte und wie er damit umging, hatte das Innenministerium gegen ihn ebenso wie gegen Podehl ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Beide Disziplinarverfahren wurden am Montag wegen der laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungen ausgesetzt.

Überaus scharf kritisiert Podehls Anwalt Polizeipräsident Pientka. Es habe „inzwischen bereits eine öffentliche Vorverurteilung Herrn Podehls stattgefunden, insbesondere durch die Pressekonferenz des Herrn Polizeipräsidenten Michael Pientka“. Auch dass er zuvor die Führungskräfte der Wolfsburger Polizei über die Inhalte der Pressekonferenz informiert habe, habe „den Ruf unseres Mandanten als Dienststellenleiter nachhaltig beschädigt“. Podehls Reputation sei inner- wie außerhalb der Polizei „zerstört“, so Anwalt Hahn.

Gösmann geht nach Wolfsburg

Die Ereignisse in Wolfsburg haben jetzt unmittelbare Auswirkungen auf Hannover. Olaf Gösmann, der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Mitte, nimmt vorübergehend den derzeit vakanten Posten in Wolfsburg ein. Der 57-Jährige werde „bis auf Weiteres in Abwesenheitsvertretung die Funktion des PI-Leiters in Wolfsburg“ übernehmen, teilte das Innenministerium mit. Gösmanns Aufgaben werden vom 1. September an von Gwendolin von der Osten übernommen. Die 45-Jährige kennt die Wache gut. Sie war dort als Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes tätig.

Von Kevin Nobs und Tobias Morchner

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