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Der Norden Zahl der Drogentoten steigt wieder an
Nachrichten Der Norden Zahl der Drogentoten steigt wieder an
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06:57 18.07.2017
Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2016 sind das fünf Tote mehr. Allerdings bleibt der Wert damit noch unter der Halbjahreszahl der beiden Vorjahre 2015 (37) und 2014 (38), teilte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur mit. Als häufigste Todesursache gilt eine Vergiftung durch mehrere Substanzen. Zudem waren viele Drogentote demnach Langzeitkonsumenten, deren Körper bereits geschwächt war. Bei der Mehrzahl der Opfer handelt es sich um Männer „mittleren Alters“.

Nach Angaben des Drogenbeauftragten der Bundesregierung gab es in Niedersachsen im gesamten Jahr 2016 insgesamt 65 Drogentote, fünf weniger als 2015. Bundesweit starben im Vorjahr 1333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumierten - neun Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Ansicht des niedersächsischen Sozialministeriums belegen die Zahlen, dass sich 2016 die Anzahl der Drogentoten im Land gegenüber dem Jahr 2003 mit 130 Toten halbiert hat und weiter auf sehr niedrigem Stand befindet. „Niedersachsens Zahlen entwickeln sich mit leicht sinkenden – zumindest stagnierenden – Zahlen entgegen dem Bundestrend“, so eine Sprecherin.

Das Ministerium sieht einen Grund für die langfristige Reduzierung auch darin, dass Heroin in Europa heute nicht mehr die gleiche Rolle wie noch vor zehn Jahren spielt. „Wie sich der zunehmende Konsum synthetischer Drogen auf die Anzahl der ursächlich an ihrem Drogenkonsum verstorbenen Menschen auswirkt, wird in den nächsten Jahren zu überprüfen sein“, hieß es aus dem Ministerium.

Konsumenten beziehen ihre illegalen Substanzen nach LKA-Angaben weiter über eingefahrene, bekannte Strukturen, darunter auch den Dealer an der Straßenecke. Gefährliche, neue Drogen seien in Niedersachsen bisher nicht bekannt, so LKA-Sprecher Frank Federau. Der übermäßige Konsum von psychoaktiven Stoffen habe aber zugenommen. Diese Substanzen werden oft verharmlosend als Badesalz oder Kräutermischungen verkauft, meist auch übers Internet.

Prävention und Frühintervention würden immer wichtiger, so Federau - auch wenn in dem Bereich schon sehr viel geschehe. Niedersachsen hat ein gut ausgebautes Netz an Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten für suchtkranke und suchtgefährdete Menschen. Von den 75 vom Land geförderten Fachstellen für Sucht und Suchtprävention wurden nach Ministeriumsangaben im Vorjahr 3880 suchtpräventive Maßnahmen durchgeführt, mit denen landesweit 70.000 Personen erreicht wurden.

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