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Der Norden Zahl der Fahrraddiebstähle geht zurück
Nachrichten Der Norden Zahl der Fahrraddiebstähle geht zurück
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00:16 01.05.2017
Von Karl Doeleke
Was vom Fahrrad übrig bleibt: In Niedersachsen kamen auf 100 000 Einwohner 477 gestohlene Räder, in Hamburg waren es 977.  Quelle: Fotolia
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Hannover

Im Frühjahr, wenn es wärmer wird und die Menschen häufiger mit dem Rad unterwegs sind, steigt auch die Zahl der Fahrraddiebstähle. Nach Berechnungen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs wird in Deutschland etwa alle 90 Sekunden ein Rad gestohlen.

Niedersächsische Fahrradfahrer trifft es dabei nicht ganz so hart: Im Zehnjahresvergleich ist die Zahl der zwischen Cuxhaven und Clausthal-Zellerfeld abhanden gekommenen Drahtesel sogar deutlich zurückgegangen - von fast 56.000 bei der Polizei registrierten Diebstählen 2007 auf rund 36.500 im vergangenen Jahr. Das geht aus Daten des Landeskriminalamts hervor. Hochburgen sind dabei laut Innenministerium Braunschweig, Oldenburg, Leer und Emden sowie Hannover. In der Landeshauptstadt hat es laut Polizei zuletzt sogar einen Anstieg der Diebstahlszahlen von rund 5900 Fällen im Jahr 2012 auf knapp 6900 im vergangenen Jahr gegeben. Der Trend für 2017 sei bisher ähnlich wie 2016.

Die Erklärung für den landesweit langfristigen Rückgang ist relativ simpel: „Die Schlösser werden besser“, sagt Christian Ponzel vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Fahrraddiebe hätten wenig Zeit. Dauere es länger als drei Sekunden, ein Schloss zu knacken, ließen sie es oft bleiben. Der GDV hat ein Interesse an der Beobachtung der Zahlen, da Fahrraddiebstähle über die Hausratsversicherung reguliert werden. Die deutschen Versicherer mussten im Jahr 2015 etwa 100 Millionen Euro an ihre Kunden ausschütten.

Allerdings dürften deutlich mehr Fahrräder gestohlen worden sein als in der Kriminalitätsstatistik angegeben. Nur grob jeder zweite Diebstahl werde in Niedersachsen angezeigt, betont das Innenministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion. Das gehe aus einer Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamts hervor. Wer sein Fahrrad nicht versichert habe, zeige den Diebstahl in der Regel auch nicht an.

Vor wenigen Tagen hatte die Polizei in Hamburg mit einem Schlag gegen die Fahrradmafia Schlagzeilen gemacht. Dort hatte eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe Fahrrad eine Lagerhalle mit 1500 mutmaßlich gestohlenen Fahrrädern ausgehoben - zunächst war sogar von 3500 Rädern die Rede gewesen. Eine eigene Soko für Fahrraddiebstähle gibt es in Niedersachsen dagegen nicht. In Hamburg werden aber auch etwa doppelt so viele Fahrräder gestohlen wie in Niedersachsen. Dort waren es 2015 knapp 977 pro 100 000 Einwohner, in Niedersachsen dagegen nur 477 pro 100 000 Einwohner.

So schütze ich mich vor Fahrraddieben

Fahrräder sollten immer an einem unbeweglichen Gegenstand angeschlossen werden, rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Je stabiler und schwerer das Schloss ist, desto sicherer sei es. „Als Faustregel gilt, 5 bis 10 Prozent des Neupreises des Rads in das Schloss zu investieren“, empfiehlt Alexander Krüsel, Leiter der Schadenvergütung beim GDV. Am besten sei ein „massives Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschloss“, erklärt Gerhard Klotter, Vorsitzender der polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern.

Fahrradbesitzer sollten sich die in den Rahmen eingravierte Nummer notieren. Die Polizei empfiehlt zudem, das Rad zusätzlich codieren zu lassen, was Diebe zusätzlich abschrecke. Außerdem sollten die Besitzer die Fahrraddaten in einem Fahrradpass festhalten. Er enthält die Rahmennummer, Codierung, Name und Anschrift. Besitzern von Apple- und Android-Smartphones können sich dafür eine von der Polizei kostenlos angebotene App herunterladen.    

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