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Der Norden Wie kriminell sind Flüchtlinge?
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07:36 24.04.2017
Flüchtlingsunterkunft in Niedersachsen. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Sind Flüchtlinge häufiger kriminell als der Durchschnitt der Bevölkerung? Am Montag will Bundesinnenminister Thomas de Maizière die bundesweite Kriminalstatistik für das Jahr 2016 vorstellen. Dabei soll der Themenbereich Kriminalität und Zuwanderung im Fokus stehen. Laut Medienberichten ergibt sich dabei ein Trend, der - wie berichtet - auch von der bereits erschienenen niedersächsischen Kriminalstatistik bestätigt wird: Es gibt in einigen Deliktsgruppen einen klar erkennbaren Anstieg der Kriminalität infolge des Zuzugs der Flüchtlinge. Die Mehrzahl der Flüchtlinge ist aber gesetzestreu, wie Bundeskriminalamt und niedersächsisches Innenministerium übereinstimmend analysiert haben.

Zahl der Tatverdächtigen steigt

Ein Beispiel: Die Fälle von schwerer Körperverletzung mit einem Flüchtling als Tatverdächtigem sind 2016 um 726 Fälle oder 83,74 Prozent auf 1598 Fälle angestiegen. Die meisten dieser Straftaten finden innerhalb der Bevölkerungsgruppen statt. Laut Bundeskriminalamt sind bei 81 Prozent der Rohheitsdelikte, die von Flüchtlingen begangen werden, auch die Opfer Flüchtlinge. Blickt man auf das Gesamtbild, relativiert sich die Steigerung: 1598 tatverdächtige Flüchtlinge entsprechen 1,4 Prozent der 112.720 Flüchtlinge, die Ende 2016 in Niedersachsen registriert waren.

Auch bei sexuellen Übergriffen verzeichnete die niedersächsische Polizei 2016 ein deutliches Plus. So wurden in diesem Bereich 376 Flüchtlinge als Tatverdächtige erfasst, 2015 waren es noch 212. Im vergangenen Jahr stellten Flüchtlinge damit 9,36 Prozent der insgesamt 4016 Tatverdächtigen in diesem Bereich. Damit sind Flüchtlinge in dieser Statistik deutlich überrepräsentiert, denn insgesamt waren Ende 2016 nur 1,42 Prozent aller in Niedersachsen lebenden Menschen Flüchtlinge. Setzt man die 376 Tatverdächtigen im Vergleich zu den 112.720 registrierten Flüchtlingen, dann bedeutet das, dass drei von 1000 Flüchtlingen wegen sexueller Übergriffe angezeigt wurden.

Das Innenministerium nannte im Februar zwei Gründe für den Anstieg der Zahlen: 2016 hätten sich dauerhaft mehr Flüchtlinge in Niedersachsen aufgehalten als im Jahr davor. Zudem begann die Polizei erst Ende 2015, Flüchtlinge in der Kriminalstatistik zu vermerken. Zudem betonen Sicherheitsexperten, dass es unter den Flüchtlingen viele jungen Männer gibt. Diese seien in besonderem Maße anfällig dafür, straffällig zu werden. „Das bedeutet aber nicht, dass man mit zweierlei Maß messen darf. Selbstverständlich werden alle Delikte konsequent verfolgt“, betonte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius bei der Vorstellung der Landeskriminalstatistik.

Schwerpunkt Taschendiebstahl

Zuwanderer, also Flüchtlinge und andere Eingereiste, sind darüber hinaus 2016 vor allem mit Diebstählen, Schwarzfahren und Sozialleistungsbetrug aufgefallen. Laut Bundesbericht stellen sie 35,1 Prozent aller Taschendiebe und 11,3 Prozent aller ermittelten Wohnungseinbrecher. In Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr 18.655 Flüchtlinge als Tatverdächtige registriert.

Zu den größten Bevölkerungsgruppen unter den Asylbewerbern zählen Syrer, Afghanen und Iraker. Ihr Anteil an den Tatverdächtigen ist allerdings laut Analyse des Bundeskriminalamts gemessen an der eingereisten Personenzahl unterdurchschnittlich. Überdurchschnittlich häufig als Tatverdächtige sind dagegen Asylbewerber aus den Maghrebstaaten, Zentralafrika und dem Balkan vertreten.

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