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Zehn weitere Opfer der Klinikmorde entdeckt

Bei Exhumierungen Zehn weitere Opfer der Klinikmorde entdeckt

Der wegen Mordes verurteilte Ex-Pfleger Niels H. könnte noch mindestens zehn weitere Menschen getötet haben. Das haben Exhumierungen auf Friedhöfen in Ganderkesee und Delmenhorst ergeben. Bei ihnen seien Rückstände eines Herzmedikaments gefunden worden.

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Die Polizei geht mehr als 200 Todesfällen nach und exhumiert dafür weitere Leichen in Ganderkesee und Delmenhorst.

Quelle: dpa

Oldenburg. Dort wurden 29 Leichen ausgegraben - bei zehn von ihnen seien Rückstände eines Herzmedikaments gefunden worden, sagte der Sprecher der Oldenburger Staatsanwaltschaft, Martin Rüppell, am Mittwoch. Niels H. wurde wegen des Todes von fünf Patienten am Klinikum Delmenhorst zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte ihnen eine Überdosis eines Herzmedikaments gespritzt.

Gestanden hat er aber bis zu 90 Taten.  Eine Sonderkommission der Polizei prüft seit Monaten mehr als 200 Verdachtsfälle. Darunter sind auch mehr als 174 Sterbefälle in Delmenhorst.

Delmenhorster Kliniken führen qualifizierte Leichenschau ein

Die beiden Delmenhorster Krankenhäuser führen zum 1. August eine qualifizierte Leichenschau ein. Damit solle die Patientensicherheit erhöht werden, teilten das Klinikum und das St. Josef-Stift am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Mordserie eine früheren Krankenpflegers in einer der Kliniken wäre so möglicherweise eher erkannt und gestoppt worden.

Bei einer qualifizierten Leichenschau wird eine gezielte Untersuchung durch einen unabhängigen Rechtsmediziner vorgenommen. Dieser speziell geschulte Arzt bewertet die Todesumstände. Bei nicht natürlicher oder unklarer Ursache wird die Polizei informiert. Damit soll nach Klinikangaben vermieden werden, dass ein unnatürlicher Tod in Folge krimineller Handlungen unentdeckt bleibt. Bisher gilt bundesweit in allen Krankenhäusern folgende Regelung: Verstirbt ein Patient im Krankenhaus, stellt ein Arzt den Tod fest und führt eine Leichenschau durch. Liegen keine Besonderheiten vor - wie beispielsweise ein unerwarteter Tod des Patienten, der nicht zum Krankheitsbild passt - wird der Tod in der Regel als natürlich bewertet.

Die Delmenhorster Kliniken arbeiten künftig mit der Bremer Gerichtsmedizin zusammen. Das Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover begleitet das Projekt wissenschaftlich. Etwa 600 Patienten sterben nach weiteren Angaben jährlich in den beiden Häusern. Die Kosten für die qualifizierte Leichenschau von jeweils rund 125 Euro tragen die Krankenhäuser.

Exhumierungen

Unter einer Exhumierung (lat. exhumare = ausgraben) versteht man das Ausgraben einer bereits beerdigten Leiche. In Strafverfahren kann dies von einem Richter angeordnet werden, um Leichname zu untersuchen und beispielsweise Todesursachen zu klären. In eiligen Fällen können Exhumierungen auch von der Staatsanwaltschaft in die Wege geleitet werden. Planmäßig sind Exhumierungen, wenn ein Grab nach Ablauf der Ruhezeit aufgelöst wird, um Platz für ein neues zu schaffen. Falls der Leichnam nicht vollständig zersetzt ist, können die Überreste verbrannt oder an anderer Stelle wieder begraben werden.

dpa

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