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"Er will sie brennen sehen"

Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft "Er will sie brennen sehen"

Ein Zeuge hat im Prozess um den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf Dennis L. schwer belastet. Dieser habe Flüchtlinge "brennen sehen" wollen, sagte der 16 Jahre alte Freund des Angeklagten. Ob der Prozess fortgeführt werden kann, ist derzeit unklar. Grund ist ein Fax, das am Donnerstagmittag bei Gericht eingegangen ist.

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Die Angeklagten beim Prozessauftakt am Mittwoch.

Quelle: Dröse

Hannover. Damit widersprach der 16-Jährige zwei zuvor als Zeugen gehörten Arbeitskollegen des 31 Jahre alten Angeklagten. Diese hatten angegeben, nichts über die politische Gesinnung Dennis L.s zu wissen.

Er habe nie mit L. über Politik geredet sagte Romik M., der Dennis L. als Freund bezeichnete. "Wäre er rechtsradikal, dann wäre ich doch das erste Opfer. Ich habe die Farbe und den Namen." Romik M.s Familie stammt aus Armenien.

Der Produktionsleiter des Unternehmens in Lauenstein im Kreis Hameln hielt es für "unmöglich", als er gehört habe, dass Dennis L. nach dem Brand in dem von Flüchtlingen bewohnten Haus in Salzhemmendorf verhaftet wurde. "Es hat nie den Anschein gehabt, dass er in der rechten Szene unterwegs ist." Niemand im Betrieb habe einen Bezug zwischen der Tat und Dennis L. finden können.

Dennis L. hatte am Mittwoch bereits gestanden, dass er es war, der den Molotowcocktail am 28. August 2015 geworfen hat. Eine rechte Gesinnung stritt Dennis L. jedoch ab, genauso wie seine Mitangeklagten Sascha D. und Saskia B.

Die mühsame Befragung eines 16 Jahre alten Zeugen brachte jedoch ein anderes Bild von Dennis L. zu Tage. Florian R. kennt den Angeklagten "solange ich denken kann". L. sei ein Freund seines Vaters. Anfang 2015 habe er sich mit L. über Hitler unterhalten. Der 31-Jährige habe zu ihm gesagt, "dass der ganz gut wäre" und dass nicht so viele Fremde reinkommen sollten. "Hitler hätte die weggeschickt", soll Dennis L. bei einem Treffen in einem Gartenhaus gesagt haben.

Wie Hitler das nach Ansicht von L. gemacht hätte, wollte der geduldig fragende Richter Wolfgang Rosenbusch von dem jungen Zeugen dann wissen. "Er hätte sie getötet, denke ich."

Rosenbusch: "Was genau hat er gesagt, wie er das gemacht hätte?"

Florian R.: "Er will sie brennen sehen." Dennis L. habe auch gesagt, "dass es hier zu viel wird und es zu viel Stress gibt in der Gegend."

Auf ähnliche Art hatte bereits die Mitangeklagte Saskia B. den 31-Jährigen belastet: "Wenn der Neger brennt, feiere ich richtig", soll Dennis L. gesagt haben. Er bestreitet das.

Mit Dennis L. hat sich der 16-Jährige auch über WhatsApp über Flüchtlinge unterhalten. Einer der Chats wurde vor Gericht verlesen. Es ging um neue Flüchtlingsheime in der Gegend. Florian R. solle "mit Pflastersteinen" schmeißen, schrieb L. Florian R. schickte ein Figur mit einem Hakenkreuz auf dem Bauch. Warum er L. so etwas schicke, wollte Richter Rosenbusch von dem Hauptschüler wissen. Ob das die Sprache sei, die Dennis L. spreche? Antwort: "Ja."

Ähnliche Nachrichten soll Dennis L. auch mit anderen Chat-Partnern geschrieben haben. Es gibt eine Chat-Gruppe "Garage Hakenkreuz" - in seiner Garage wurde auch der Molotowcocktail gebastelt, der am 28. August 2015 im Kinderzimmer der Familie D. aus Simbabwe einschlug. Nur durch Zufall wurde niemand verletzt.

Prozess droht zu platzen

Der Prozess um den Brandanschlag in Salzhemmendorf droht bereits am zweiten Tag zu platzen. Grund ist ein Fax, das am Donnerstagmittag bei Gericht eingegangen ist. Demnach sollen vier der 13 Nebenkläger aus Unwissen heraus Vollmachten unterschrieben haben, obwohl sie gar nicht als Nebenkläger auftreten wollten.

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Brandanschlag von Salzhemmendorf
Dennis L. im Landgericht Hannover.

Aus Fremdenhass sollen zwei Männer und eine Frau einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf verübt haben. Im Prozess gegen das Trio haben Polizisten nun weitere Details berichtet. Einer der Angeklagten trägt demnach Tattoos mit SS-Emblemen.

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Mit der Kamera festgehalten: Frostiges Niedersachsen bei Minusgraden.