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Der Norden Meisterhafte Vogelzucht
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11:13 28.03.2016
„Die Frisuren sind die Kunst“: Züchter Wolfgang Kasimir mit einem Pariser Trompeter. Quelle: Malecha
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Leiferde

Es gibt kaum eine Trophäe, die er nicht hat: Kanarienvogelzüchter Wolfgang Kasimir aus Leiferde im Landkreis Gifhorn hat innerhalb von sechs Jahren 20 Titel geholt - allein in den vergangenen zwölf Monaten ist er mit seinen Vögeln zweifacher Weltmeister, zweifacher deutscher Meister und Niedersachsenmeister geworden. Jetzt will er noch im November den Europameistertitel in Frankreich holen und die Siegesserie vollenden.

Was 1982 als Hobby mit einem Vogelpaar anfing, ist mittlerweile für den 61-Jährigen zu einer Art „Extremsport“ geworden: Schon von Weitem hört man das Vogelgezwitscher, wenn man das Grundstück des Züchters betritt. Kein Wunder: Kasimir hat sich auf den Pariser Trompeter spezialisiert, der nach seinem Empfinden zu den schönsten Kanarienvögeln gehört - aber auch zu den lautesten. Der Laie mag sich beim Anblick des Trompeters eher an ein zerrupftes Huhn erinnert fühlen. „Oft wird gespottet und gefragt, ob die Vögel noch geföhnt werden oder ich da grad die Lockenwickler rausgenommen habe“, sagt Kasimir. Aber die „Frisuren“, die die Vögel an Kopf, Hals, Rücken oder Brust aufweisen, seien „doch gerade die Kunst“, sagt der Züchter. Insgesamt sieben „Frisuren“ muss eine Züchtung aufweisen, um bei den Preisrichtern auf eine hohe Punktzahl zu kommen.

Neben der „Königsklasse“, wie Kasimir den Pariser Trompeter nennt, beherbergt er in seinem Schuppen zahlreiche andere Kanarienvogelarten: vom drahtigen, nur rund zwölf Zentimeter messenden Fife Fancy bis zum Crest mit Federnest auf dem Kopf. Kasimir macht aus seinem Ehrgeiz keinen Hehl. „Ich wollte schon beim Sport immer so weit oben wie möglich mitspielen“, sagt der 61-Jährige. Das habe sich bei der Zucht dann fortgesetzt.

Bereits bei seiner ersten Schau, der Europameisterschaft 2009, holte er mit seinen Züchtungen einen zweifachen Sieg. „Die deutsche Meisterschaft hab ich mir in dem Jahr geschenkt - und bin direkt zur WM gefahren, erinnert sich der Leiferder, der hauptberuflich bei einem Sicherheitsdienst tätig ist. Bei der Weltmeisterschaft konnte er sich dann den 2. Platz sichern. Von diesem Zeitpunkt an hätten dann auch die kleinen Frotzeleien im Bekanntenkreis über sein Hobby nachgelassen.

Damit Kasimir weiter mithalten kann, investiert er nicht nur Geld, sonder auch viel Zeit. „Ich verbringe pro Woche bestimmt 20 bis 30 Stunden Minimum bei den Tieren“, sagt er. Die vielen Käfige müssen ständig gereinigt, und das spezielle Futter muss zusammengemischt und gekocht werden. Denn die Meistervögel fressen nicht einfach irgendetwas: Außer Kraft- und Körnerfutter nach Geheimrezept gibt es jeden Tag ein Gemisch aus hart gekochtem Ei, Couscous, Petersilie und Traubenzucker. „Zur Zuchtzeit bereiten wir täglich noch sechs bis acht Brokkoliköpfe vor“, sagt Kasimir. „500 Euro im Monat kosten mich die Vögel bestimmt.“

Für die Europameisterschaft im November hat Kasimir schon einige Prachtexemplare parat - darunter nicht nur Pariser Trompeter. Zeigen will er die noch nicht. „Die Konkurrenz schläft ja nicht.“

Von Lisa Malecha

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