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Der Norden Fünf-Punkte-Plan für bessere Bildung
Nachrichten Der Norden Fünf-Punkte-Plan für bessere Bildung
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00:16 02.10.2017
Von Saskia Döhner
Inklusion wird vor Ort entschieden: Grünen-Spitzenkandidatin Anja Piel. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

Gute und verlässliche Kinderbetreuung sei für Eltern wichtig, sagte Spitzenkandidatin Anja Piel. Deshalb müsse man in Kitas und Ganztagsschulen investieren, damit Kinder nicht nur verwahrt, sondern auch gefördert würden. Ebenso unerlässlich sei ein gutes Schulessen. Den FDP-Vorschlag, Lehrerstunden aus dem Ganztag zu nehmen, um so den Pflichtunterricht am Vormittag zu sichern, lehnen die Grünen ab. "Ganztagsschule light wollen wir nicht wieder", sagte Piel. Morgens Unterricht mit festangestellten Lehrern, nachmittags Betreuung mit Kräften aus Vereinen und Musikschulen, dazwischen Mittagessen, das sei nicht das angestrebte Modell.

Um die Inklusion weiterzuentwickeln, sei dringend mehr Personal nötig. Multiprofesionelle Teams gäben mehr Raum für individuelle Förderung der Schule. Das Thema müsse vor Ort entschieden werden, im Sinne einer "Inklusion der unterschiedlichen Geschwndigkeiten".

Piel sagte, vermutlich werde es in zehn, 15 Jahren kaum noch Förderschulen geben. Inklusion sei ein Prozess. Wenn Kinder mit Handicaps an Regelschulen unterrichtet würden, profitierten alle Seiten davon. Die Sozialkompetenz in den Klassen steige.

Grundschullehrer müssten endlich besser bezahlt werden. Wie viele Lehrerverbände, fordern auch die Grünen eine Besoldung nach A 13. Zudem sei mehr Entlastung nötig, gerade für ältere Pädagogen und Teilzeitkräfte. Um mehr Lehrer als Nachwuschskräfte zu gewinnen, müsste die Zahl der Studienplätze weiter erhöht werden, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic. Zurzeit gebe es mehr Masterstudienplätze als Erstsemesterplätze, das müsse sich ändern.

Weil es von der Entscheidung für das Lehramtsstudium bis zum tatsächlichen Berufsstart 7,5 Jahre dauere, sollten auch verstärkt Quereinsteiger in den Lehrerjob kommen. Die Ministerin sagte, es gebe viele gut pädagogisch gut qualifizierte Migranten. Deren ausländische Abschlüsse müssten leichter anerkannt werden.

Heinen-Kljajic warb dafür, Schulen mehr Gestaltungsspielraum zu lassen und weniger Vorgaben zu machen. Auch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partner etwa aus der Kultur müsse vereinfacht werden.

Das grüne Ideal bleibe die gemeinsame Schule von der ersten bis zur letzten Klasse, sagte Piel, das heiße aber nicht, dass man die Gymnasien abschaffen wolle.

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