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Der Norden Zwei Niedersachsen geben Eiern neues Aroma
Nachrichten Der Norden Zwei Niedersachsen geben Eiern neues Aroma
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00:15 13.10.2015
Aufwendiges Verfahren: Oliver und Uta Hübner produzieren aromatisierte Eier.  Quelle: privat
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Marschacht

Rühr- oder Spiegelei, gekocht, pochiert oder à la Benedict? Eier lassen sich auf viele Arten zubereiten. Experimentierfreudige können jetzt auch noch zwischen Eiern mit Mokka-, Zitronen-, Orangen-, Minz- oder Rosmarin-Aroma wählen. „Das klingt im ersten Moment befremdlich“, räumt Oliver Hübner, der Erfinder der aromatisierten Eier aus dem niedersächsischen Marschacht, ein. „Aber bei Bier und Joghurt sind verschiedene Geschmacksrichtungen doch mittlerweile auch ganz normal.“ Gemeinsam mit seiner Frau Uta produziert er Eier mit unterschiedlichen Aromen - seit einem Monat sind die „Ei-Rausch“-Produkte, wie Hübners ihre Firma genannt haben, in Supermärkten und bei Feinkosthändlern im Landkreis Harburg erhältlich.

„Hühner sind schon seit 25 Jahren mein Hobby - daher wusste ich, dass Schale und Haut unter bestimmten Umständen Düfte aus der Umgebung durchlassen“, erklärt Hübner. Schnell drängte sich ihm die Frage auf, wieso sich noch niemand diese Eigenschaft zunutze gemacht hat, um seine ganz eigene Ei-Variation zu kreieren.

Kakao und Vanille waren ein Reinfall

Kurzerhand setzte er seine Idee in die Tat um, und ließ sich auch nicht von anfänglichen Fehlversuchen beirren. „Es hat doch einige Zeit gebraucht, bis die Eier das Aroma annahmen, und die ein oder andere Kreation hat echt schlimm geschmeckt“, gesteht er. So waren Zwiebel, Speck, Kakao und Vanille ein Reinfall. „Die Eier nehmen den Geschmack nicht eins zu eins an“, sagt der 52-Jährige, der hauptberuflich als stellvertretender OP-Leiter in einem Krankenhaus arbeitet. „Die Duftmoleküle binden sich im Ei an die Fettmoleküle - aber nicht alle können durch die Schale dringen“, erklärt er. Daher würden zum Teil ganz neue Geschmacksrichtungen entstehen. Besonders gut könne man das bei den Mokka-Eiern, seinem persönlichen Favoriten, schmecken. „Wir haben die Eier Köchen zur Blindverkostung gegeben, und die haben lange gerätselt“, sagt Hübner. „Das Ei schmeckt trotzdem noch nach Ei und nicht nach Kaffee, nur mit einer besonderen Note - in diesem Fall ein runder Geschmack, bei dem man noch die Röstaromen erkennen kann.“

Dass viele Menschen zunächst mit Skepsis reagieren, wenn Hübner seine Produkte anpreist, ist für ihn dennoch verständlich. „Es ist halt krass und etwas ganz Neues.“ Allein schon der Gedanke an Minz- oder Zitroneneier rufe bei vielen den Gedanken an chemische Behandlung hervor. „Sie denken, wir verwenden künstliche Aromen, spritzen etwas in die Eier oder füttern unsere Hühner ausschließlich mit Kaffeebohnen oder Zitronen.“ Das sei jedoch nicht der Fall, betont er. „Alle unsere Aromen und Produkte sind natürlich.“

Aroma verströmt beim Köpfen

Knapp 500 Eier produzieren Hübners pro Woche im heimischen Keller. Wie das genau aussieht, wird allerdings nicht verraten. Nur soviel: In speziellen Boxen liegen die Eier einige Tage mit Kaffeebohnen, Orangen oder Rosmarin zusammen, bis sie genug Duftmoleküle aufgenommen haben. „Das ist alles sehr aufwendig - aber es ist nun mal meine Leidenschaft“, sagt Hübner, der rund zwei bis drei Monate an jeder neuen Geschmacksrichtung herumexperimentiert, bis er zufrieden ist. Daher gebe es bisher auch nur fünf Geschmacksrichtungen, auch wenn er noch zahlreiche weitere Ideen hat. Zur Weihnachtszeit könnte sich Hübner beispielsweise vorstellen, ein Ei mit Kardamom-Aroma anzubieten. Am besten schmecken die ungewöhnlichen Eier übrigens weich gekocht. „Das ist doch der Clou: Schon beim Köpfen kommt einem das Aroma entgegen“, schwärmt er.

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