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Der Norden Arbeitsloser verprasst Erbe von 200.000 Euro in zwei Jahren – kein Anspruch auf Sozialleistungen
Nachrichten Der Norden Arbeitsloser verprasst Erbe von 200.000 Euro in zwei Jahren – kein Anspruch auf Sozialleistungen
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16:22 14.01.2019
Wer sein Erbe in einer Kneipe vertrinkt, hat laut einem Urteil des Sozialgerichts Niedersachsen-Bremen keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Quelle: dpa
Celle

Wer das Erbe nicht ehrt, bekommt später auch keine Sozialleistungen. So hat das Landessozialgericht in Celle entschieden, das ein 51-Jähriger aus Emden angerufen hatte. Er wehrte sich gegen Rückforderungen des Jobcenters, das ihm zunächst Hartz IV-Leistungen zukommen ließ, die aber wieder zurück haben wollte nachdem er ein 200.000 Euro umfassendes Erbe innerhalb von zwei Jahren in der Kneipe verprasst hatte. Ein solches Ausgabeverhalten sei grob fahrlässig und in hohem Maße zu missbilligen, befand das Gericht in Celle in einem am Montag veröffentlichten Urteil. Da der Kläger nicht arbeiten wolle, hätte ihm klar sein müssen, dass er mit seinem sozialwidrigen Verhalten in kurzer Zeit wieder auf staatliche Leistungen angewiesen sein würde.

Erbe „ausgegeben und vertrunken“

Der 51-jährige Hartz-IV-Empfänger aus Emden hatte nach dem Tod seines Onkels 2011 Immobilien im Wert von 120.000 Euro sowie Geld- und Wertpapiervermögen von 80.000 Euro geerbt. Von einem Teil dieses Geldes kaufte der frühere Montagewerkereine eine kleine Eigentumswohnung. Doch den größten Teil habe er „ausgegeben und vertrunken“, erklärte er selbst. Er habe „von morgens bis abends“ in Kneipen gesessen und etwa 60 000 Euro verschenkt, um anderen zu gefallen, vertraute er einem Psychiater an. Nach zwei Jahren war das Erbe bereits aufgebraucht. Der Mann begründete dies mit einer angeblichen Alkoholerkrankung. Das Gericht glaubte ihm jedoch nicht und rechnete dem Emder vor, dass er sieben Jahre und sieben Monate gut von dem Erbe hätte leben können.

Nun wird er wohl doch arbeiten müssen. Mindestens sechs Stunden täglich könne er mittelschwere Tätigkeiten verrichten, befand ein Gutachter – trotz erhöhter Leberwerte.

Von Michael B. Berger

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