Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Waffe auf Polizisten gerichtet: 57-Jähriger muss fünf Jahre in Haft 
Nachrichten Der Norden Waffe auf Polizisten gerichtet: 57-Jähriger muss fünf Jahre in Haft 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:43 11.03.2019
Nach Auffassung der Richter zielte der Angeklagte auf die Beamten und drückte auch ab. Quelle: Arne Dedert/dpa
Braunschweig

Weil er auf Polizisten mit einer geladenen Pistole gezielt hat, muss ein 57-Jähriger aus Wolfenbüttel für fünf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Braunschweig verurteilte den Mann am Montag wegen versuchten Totschlags, Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Nach Auffassung der Richter zielte der Angeklagte auf die Beamten und drückte auch ab. Die Polizisten überlebten den Vorfall im September 2018 wahrscheinlich nur, weil sich aus der verdreckten Pistole kein Schuss löste.

Zwei Tage lang mit dem Fahrrad unterwegs

Nachdem der 57-Jährige seinen Führerschein und seinen Job verloren hatte, drohte ihm im vergangenen Herbst eine Räumungsklage. Vor Gericht sagte er aus, dass er diesen Termin nicht miterleben und sich das Leben nehmen wollte. Er packte ein paar Sachen und eine viele Jahre zuvor erworbene Pistole ein und fuhr zwei Tage lang mit dem Fahrrad durch die Region. 

Auf einer Landstraße soll er zunächst drei Menschen in einem vorbeifahrenden Auto mit der Waffe bedroht haben. Diese flohen nach Hause und verständigten die Polizei. Als zwei Beamte dort eine Anzeige aufnehmen wollten, tauchte plötzlich der Angeklagte mit der Waffe in der Hand auf. 

„Waffe weg“ 

Die Aufforderung „Waffe weg“ ignorierte er mehrfach, wie der Richter in seiner Urteilsbegründung sagte. Durch das Zielen auf die Beamten und das Abdrücken habe er den Tod der Polizisten billigend in Kauf genommen. Dass die Pistole nicht funktionstüchtig war, habe er dabei nicht wissen können. Ein Polizist schoss schließlich auf die Hand des Beschuldigten. Die Kugel verpasste zwar ihr Ziel, die Beamten nutzen den Moment aber, um den 57-Jährigen mit Pfefferspray zu überwältigen. 

Angeklagter entschuldigt sich bei Polizisten 

In seinen teils sehr wirr wirkenden Angaben entschuldigte sich der Angeklagte bei den Polizisten und betonte, dass er sich selbst das Leben nehmen wollte. Dem folgte das Gericht aber nicht. Weil er es selbst nicht geschafft habe, sich umzubringen, habe er Unschuldige in die Sache hineingezogen. Der Richter bezeichnete das Geschehen als „Nahtod-Erfahrung“, unter der beide Polizisten noch heute leiden. 

Gegen das Urteil ist zwar noch Revision möglich. Staatsanwaltschaft und Verteidigung deuteten aber an, eher nicht gegen das Urteil vorzugehen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schneetreiben hat auf der A1 im Kreis Rotenburg einen Unfall mit mehreren Lastwagen und einem Kleinwagen ausgelöst. Verletzt wurde niemand, der Schaden geht aber in die Zehntausende Euro.

11.03.2019

Nach dem Masernausbruch an einer Schule in Hildesheim hat sich die Zahl der Krankheitsfälle im Landkreis weiter erhöht – doch auch deutschlandweit steigt die Zahl der registrierten Fälle rasant. Die Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin fordert eine Impfpflicht.

11.03.2019

In den Leitstellen Hannover, Braunschweig und Osnabrück werden künftig 13 Digital-Kommissare verstärkt Beiträge in sozialen Medien betrachten und nach Hinweisen zu Kriminalfällen suchen. Deutschlandweit ist dies die erste Einheit dieser Art.

11.03.2019