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Der Norden Wölfe reißen Shetland-Pony und verletzen Pferd
Nachrichten Der Norden Wölfe reißen Shetland-Pony und verletzen Pferd
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00:19 26.01.2019
Neue Diskussion um den Wolf: „Man kann nicht ganz Niedersachsen einzäunen.“ Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Hannover

Der Riss eines Ponys vermutlich durch ein Wolfsrudel am Sonntagabend in Nienhagen (Heidekreis) setzt das niedersächsische Umweltministerium unter Druck. Bereits zum wiederholten Mal hat das sogenannte Rodewalder Rudel ein großes Nutztier angegriffen. Landtagsabgeordnete fordern nun den Abschuss des gesamten Rudels.

Mit dem Riss des Ponys sei die „nächste Eskalationsstufe erreicht“ worden, sagte Martin Bäumer (CDU). Ein Abschuss sei unvermeidlich. Schließlich könne man nicht ganz Niedersachsen einzäunen, sagte Bäumer der HAZ. Erst in der vergangenen Woche hatten die Wölfe zwei Rinder im benachbarten Kreis Nienburg angegriffen.

FDP-Politiker Hermann Grupe betonte, dass es nicht normal sei, dass Wölfe so große Tiere rissen. „Dieses Rudel ist schwer verhaltensauffällig.“ Auch Grupe sprach sich dafür aus, das gesamte Rudel zu schießen, um Weidetierhalter nicht schutzlos den Wölfen auszusetzen.

Jäger: „Es ist Zeit zu handeln“

Die Akzeptanz der Bevölkerung für die Wölfe sei stark zurückgegangen, sagte der Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke. „Die Erwartung ist: Es ist Zeit zu handeln.“ Bei keinem anderen der 21 Rudel in Niedersachsen häuften sich die Risse von Nutztieren derartig. „Wenn selbst Pferde und Kühe kein Hindernis mehr sind, führt kein Weg daran vorbei, das Rudel zu entnehmen“, betonte Dammann-Tamke.

Das Umweltministerium will den Riss des Ponys prüfen, schließt aber zumindest den Abschuss des Wolfsrüden nicht aus. Sollten die Voraussetzungen dafür nach der Prüfung gegeben sein, „wäre eine Entnahme zumindest des Rüden erforderlich und würde umgesetzt“, sagte Ministeriumssprecherin Sabine Schlemmer-Kaune der HAZ. DNA-Analysen hätten gezeigt, dass die weit überwiegende Zahl der Nutztierrisse durch das Rodewalder Rudel auf das Leittier zurückgehe. Es bestehe zudem die Gefahr, dass der Rüde das Reißen von Rindern und das Überwinden von Elektrozäunen an andere Rudelmitglieder weitergebe.

Nicht das erste tote Nutztier in der Gegend

Die Rodewalder Wölfe sollen schon mehrfach große Nutztiere gerissen haben. Vermutlich gehen ein totes Kalb in Neustadt-Dudensen, ein totes Alpaka in Rodewald (Kreis Nienburg) und ein gerissenes Pony in Stöcken (Heidekreis) auf das Konto des Rudels. Am Wochenende rissen die Wölfe ein Shetlandpony und verletzten ein weiteres Pferd.

Bisher wurde erst ein Wolf in Niedersachsen erschossen. 2016 hatte sich das Tier, das unter dem Spitznamen Kurti bekannt wurde, im Heidekreis immer wieder auffällig verhalten und sich auch Menschen genähert. Wegen des strengen Artenschutzes nach EU-Recht ist eine Sondergenehmigung für den Abschuss eines Wolfes nötig.

Von Lisa Neugebauer

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