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Kultur Werke von Katharina Sickert und Tom Otto in der Eisfabrik
Nachrichten Kultur Werke von Katharina Sickert und Tom Otto in der Eisfabrik
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01:16 23.01.2019
Echoraum – Installationen von Tom Otto und der Malereien von Katharina Sickert in der Eisfabrik. Quelle: Foto: Daniel Alexander Schacht
Hannover

Da duckt sich eine Holzhütte im Spielzeugformat unters nadellose Skelett eines einstigen Weihnachtsbaums, da hängen Holzkugeln zwischen den Zweigen, sind Farbspatel vor die Hütte drapiert – so kann Installationskunst von Tom Otto aussehen. Und dahinter prangen Hasen vor einer Tapete, deren Farben irgendwie poppig zwischen Blau, Grau und Glitter changieren – so kann es auf Malereien von Katharina Sickert zugehen. Und so sind Werke der beiden Künstler jetzt in einer Doppelausstellung zu sehen. „Widerhall finden“ ist der Titel der Schau – mit der in der Weißen Halle der Eisfabrik eine neue, in diesem Jahr auf acht Ausstellungen angelegte Kunstreihe startet. „Ich will dafür Künstler auswählen, nicht selektieren“, sagt Dagmar Brand, die die Reihe kuratiert. Und dabei auf Resonanz hofft, auf Widerhall eben.

Malerei, Skulptur, Installation

Beim Auftakt ist ein Echo zumindest zwischen Sickert und Otto spürbar, die hier 15 Öl- oder Aquarellbilder sowie vier Skulpturen oder Rauminstallationen präsentieren. Denn beide arbeiten figurativ, und beide verarbeiten dabei Eindrücke von Mensch und Natur, Urbanem und Ländlichem, Industriellem und Handwerklichem. Einzel- und Gruppenporträts, (Vor-)Stadtbilder und (Sport-)Plätze zeigen Sickerts Bilder. Tom Otto präsentiert menschenleere Modellbauwelten, einen Mikrokosmos, der auf die Leere der wirklichen Welt verweist, bisweilen aber auch einen ebenso verwaisten Makrokosmos.

Raumgreifend und bedeutungsvoll

Am raumgreifendsten sind dabei seine auf Holzlatten hochgestelzten Stühle, eine Kombination von Vorgefundenem, die er denn auch ebenso treffend wie bedeutungsvoll „Die leeren Stühle der Familie“ nennt. Zu sehen sind von ihm aber auch kleine, filigrane Arbeiten wie die Skulptur „Sägewerk“ - wiederum eine Holzhütte, diesmal aber umgeben von allerhand Stabhölzern, aus denen sie selber besteht und die, so legt es der Titel nahe, in eben dieser Hütte verarbeitet werden. Katharina Sickert spielt, nicht minder bedeutungsvoll, mit kunsthistorischen verweisen. Das gleichfalls raumgreifende Hasenbild steht in der Tradition des Stilllebens, ein Gemälde mit zehn im Kreis umherrennenden Schweinen ist mit „La Dance“ beschildert. Was sprachlich etwas unentschlossen zwischen englisch französisch changiert – und doch an „La Danse“ von Henri Matisse erinnert.

Ganz schön beziehungsreich das Ganze also. Jetzt bleibt abzuwarten, welchen Widerhall das neue Format findet. Immerhin, bei der Eröffnung am Sonntag drängte sich das Kunstpublikum in der Weißen Halle.

Widerhall finden.Tom Otto, Katharina Sickert“. Bis 17. Februar in der Eisfabrik, Seilerstraße 15d. Ab 10. März werden dort Werke von Alexander Jonischkies und Klaus Kowalski präsentiert.

Von Daniel Alexander Schacht

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