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Sprengel Museum

Am Sonntag war "Tag der Forschung"

Von Johanna Di Blasi

Museen werden heute vor allem als Abspielstätten für Sonderausstellungen wahrgenommen. In den Hintergrund getreten sind nicht nur die ständigen Sammlungen, die in sogenannten Dauerausstellungen gezeigt werden, sondern auch die kontinuierliche Forschungstätigkeit – die wissenschaftliche Erschließung der Museumsbestände.

Ohne kontinuierliche Forschungstätigkeit aber gibt es keine sinnvolle Museumsarbeit und letztendlich auch keine intelligenten Ausstellungskonzepte.

Um für diese Problematik und die knapper werdenden Mittel zu sensibilisieren, hat der seit wenigen Jahren bestehende „Leipziger Kreis“, ein Zusammenschluss deutscher Museumsdirektoren, dem auch Ulrich Krempel vom Sprengel Museum Hannover angehört, zum ersten Mal den „Tag der Forschung“ ausgerufen. Zuvor gab es bereits einen „Tag der Restaurierung“ (2008) und einen „Tag der Schenkung“ (2007). Forschungstag ist am Sonntag, 4. Juli. Das Sprengel Museum bietet aus diesem Anlass interessante Sonderführungen an.

„Wir geben bei zwei Führungen Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken“, sagt die Kunsthistorikerin Karin ­Orchard. Die 1961 im englischen Bristol geborene Forscherin hat in Hamburg, London und Edinburgh studiert und ist am Sprengel Museum Hannover für das Kurt-Schwitters-Archiv zuständig. Sie gab am Sonntag Einblick in die Archivarbeit, plauderte über das Verhältnis zu den Schwitters-Erben und informierte darüber, mit welchen Methoden sich die Echtheit von Werken feststellen lässt.

Ihre Kollegin Natascha Pohlmann stellte das Archiv des Fotografen Tet Arnold von Borsig vor. Es kam 2006 ins Sprengel Museum. Darin finden sich mehr als 12 000 Fotografien aus den frühen zwanziger Jahren bis 1971 und eine Vielzahl von noch aufzuarbeitenden Dokumenten. Für diesen Herbst ist im Sprengel Museum eine Ausstellung mit Fotografien von Borsigs geplant. Ihr Titel wird „Vom Firmenerben zum ‚glücklichen Fotografen‘“ lauten.

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