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Eckhard Gehrmann in der Galerie k9

Bildende Kunst Eckhard Gehrmann in der Galerie k9

Der Maler Eckhard Gehrmann ist 1957 in Bad Homburg geboren. Seine Werke sind in der hannoverschen Galerie k9 bis zum 1. Januar zu sehen. Er malt nicht nach der Natur, sondern parallel zu ihr. Was er sich von der Natur für seine Kunst ausleiht, sind weniger ihre Motive als ihre Kraft.

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Ölbild von Eckhard Gehrmann.

Quelle: Eckhard Gehrmann

Schaut man auf die Bildtitel von Eckhard Gehrmann, dem 1957 in Bad Homburg geborenen Maler, so liest man „Roter Baum“, „Graubuche“ oder „Baumstumpf“. Aber meistens liest man „Ohne Titel“. Und das ist nur logisch. Denn Gehrmann malt nicht nach der Natur, sondern parallel zu ihr. Was er sich von der Natur für seine Kunst ausleiht, sind weniger ihre Motive als ihre Kraft. Mit tänzerischer Vehemenz gleiten seine Pinsel über Bildgründe aus Holz oder Pappe. Was sie dort an farbigen Spuren hinterlassen, erinnert eher an freie Erfindung als an organische Naturformen. Der Abstand zwischen Bild und Abbild ist in etwa der, von dem Mondrian spricht, wenn er erklärt, die Vertikale in seinen Bildern sei der Mensch, die Horizontale die Welt.

Gehrmanns Wirklichkeitsaneignung geschieht nach den Regeln der gestischen Malerei. Aber während die Künstler dieser Kunstrichtung oft sehr viel stärker in ihr Inneres schauen als sich an den Formen der Welt zu orientieren, ist Gehrmann ein präziser Beobachter. Was er in der Natur sieht, nimmt er auf und wandelt es um. Bis das Bild kein Spiegel mehr ist, sondern eine eigenständige Wirklichkeit. Darin verfährt er ganz ähnlich wie sein prominenter Lehrer Per Kirkeby, bei dem Gehrmann an der Frankfurter Städelschule studiert hat. Auch er ist berühmt für seine Transformationen, die aus Natur Farblandschaften machen.

Was indes völlig eigenständig ist an der Malerei von Eckhard Gehrmann ist das energetische Element all seiner Werke. Als wolle er den Lehrsatz des Heraklits ins Bild setzen, dass alles fließt in der Natur. Seine rhythmischen und musikalischen Setzungen gehen nie auf Kosten der Genauigkeit. Es gibt keine Verschleifungen in der Form. Im all over des Bildes ist jede Pinselbewegung klar auszumachen. Aus exquisiten Farb- und Formverbindungen entsteht so eine harmonische, ebenso sinnliche wie intelligente Malerei.

Bis zum 1. Januar 2011, Galerie k 9 im Schlorumpfsweg 1

Michael Stoeber

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