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Fotoausstellung

Fotograf Thomas Kurek stellt im HCC aus

Von Stefan Arndt

Thomas Kurek hat ein Jahrzehnt lang Weltstars der Klassik bei Proben vor Konzerten fotografiert - nun sind seine Bilder in der Ausstellung „Einspielproben" im HCC zu sehen.
Thomas Quasthoff (links) und Yo-Yo Ma

Thomas Kurek hat mit der Kamera die erste Begnegung zwischen Thomas Quasthoff (links) und Yo-Yo Ma eingefangen.

© Thomas Kurek

Es ist wohl die Wärme im Blick der beiden Männer, die auch dem Bild eine besondere Wärme verleiht. Der Cellist hat sich halb auf den Boden gelegt, das kostbare Instrument beiläufig auf dem Bein abgestützt. Sein Gesicht ist ganz dem anderen Mann zugewandt, der kaum den blumengeschmückten Rand des Konzertpodiums überragt. Man sieht sofort, dass beide sich gut verstehen.

Thomas Kurek hat mit der Kamera zufällig die erste Begegnung zwischen Thomas Quasthoff und Yo-Yo Ma eingefangen. Er wurde Zeuge des Beginns einer Freundschaft zwischen zwei Weltstars. „Es ist das Menschliche, das mich an diesem Thema interessiert“, sagt Kurek. Seit zehn Jahren fotografiert er berühmte Musiker kurz vor ihrem großen Auftritt. Kurek ist dabei, wenn sie im noch leeren Konzertsaal die Akustik testen und mit ihren musikalischen Partnern letzte Feinheiten abstimmen. Stress hat er dabei erstaunlich selten beobachtet: „Es gibt eine große Herzlichkeit der Musiker untereinander, wenig Konkurrenz um die größte Aufmerksamkeit. Man spürt, dass Musik für sie wirklich eine Sprache ist, mit der sie kommunizieren.“

Als Sozialarbeiter betreut der 53-Jährige eigentlich Obdachlose – früher hat Kurek sie in seiner Freizeit auch fotografiert. Entstanden sind schöne, traurige Bilder von einsamen und versehrten Menschen vor der Kulisse einer abweisenden Großstadt. Bilder von solcher Qualität, dass der Hobbyfotograf sie in einer Ausstellung zeigen und in einem Fotoband veröffentlichen konnte. Bilder, die berühren: die Betrachter – und den Fotografen. Irgendwann war es zu viel. „Ich bin zu tief in den sozialen Problemkreis eingetaucht“, sagt Kurek. Er verlor die Freundlichkeit und die Wärme, die er sonst ausgestrahlt hat. Schließlich hat seine Frau gesagt, er müsse ein neues Bildthema finden. So kam Kurek zur Radiophilharmonie.

Schon immer ist er gern in die Konzerte des Orchesters gegangen. Nun fing er an, die Musiker bei der Probenarbeit zu fotografieren. Beim NDR war man von den Bildern so angetan, dass Kurek eine Art Hausfotograf wurde, dessen Bilder lange die Programmhefte des Orchesters prägten. Vom Kollektiv kam er zu den Solisten beim NDR und bei Pro-Musica-Konzerten. Er war dabei, wenn Alfred Brendel ruhelos das Podium abschritt, weil er mal wieder nicht mit der Arbeit des Klavierstimmers zufrieden war. Und er hat als kapriziös verrufene Künstler wie Martha Argerich als unkomplizierte, freundliche Menschen erlebt. In der Fotoausstellung „Einspielproben“ lässt Kurek nun ein (Konzert-)Publikum an seinen Einblicken teilhaben. Eröffnung ist am 6. Oktober, 17.30 Uhr, im Neuen Saal des HCC. Um 20 Uhr eröffnet Thomas Quasthoff dann nebenan im Kuppelsaal die neue Pro-Musica-Saison mit dem Jazzprogramm „Tell it like it is“.

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