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Internationale Kunst

Kunstprojekt „Meet!“ im Sofaloft


22 internationale Künstler zeigen im Sofaloft in der Ausstellung „Meet!“ ihr Werke. Ein Versuch der Organisatoren das träge Kunstleben in Hannover zu beleben.
Geisterhaft: „Türen" von Sandra Gast.

Geisterhaft: „Türen" von Sandra Gast.

© Handout

Tische mit Dekoblumen stehen in einer großen Halle. Wer in dem „Gesprächs­café“ der japanischen Künstlerin Kanae Kimura Platz nimmt, ist Teil einer Kunstinstallation. Der Beitrag findet sich im internationalen Kunstprojekt „Meet!“ in der dritten Etage des Sofalofts in Hannovers Südstadt. 22 Künstler aus Deutschland, Japan, Österreich und der Schweiz sind vertreten, eine ganze Reihe kommt aus dem früheren Studiengang der Freien Kunst in Hannover. Helena Gaikalowa, die die Ausstellung gemeinsam mit Kimura und Edin Baric organisiert hat, beobachtet, dass das junge Kunstleben in Hannover mehr und mehr zu erlahmen droht. Die Ausstellung sieht sie als Versuch einer Gegeninitiative.

Passend zum „Gesprächscafé“ haben das Künstlerduo Wolfgang Eckhardt und Christiane Schmitz ein Hörspiel erarbeitet, in dem es um Wahlmöglichkeiten geht. „Café oder Tee?“, eine so simple Frage, ist mitunter schon schwierig zu beantworten. Und wenn es dann noch um die typgerechte Frisur, ein geeignetes Reiseziel oder das wirkungsvollste Pflegeprodukt geht, kann das zu Überforderung führen. Die beiden Audiokünstler haben professionellen Produktberatern zugehört, die geübt ihre Paletten von Handys und Cocktailsorten ausbreiten.

Sämtliche Spielarten der Kunst, von Malerei über Fotografie bis zu Video- und ­Audioinstallationen, sind vertreten. Die Arbeiten setzen sich mit großen gesellschaftsrelevanten Themen auseinander, mit dem Älterwerden, mit Identitäten und den Trennlinien zwischen Kulturen und Geschlechtern. Die hannoversche Künstlerin Sandra Gast spielt beispielsweise in schwarz-weißen Aktfotos mit der Wahrnehmung von Körpern. Die Konturen sind undeutlich, Körperteile überlagern einander, was den Eindruck des Gespenstischen vermittelt. Es macht Spaß, durch die Ausstellung zu gehen und immer wieder auf neue Perspektiven zu treffen.

Sofaloft, Jordanstraße 6, bis 10. Juli.

Janina Wallbaum

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